Auslandsgeschäft
Wo Maschinenbauer noch punkten können

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erzielte lange immer neue Exporterfolge. Doch das Auslandsgeschäft verliert an Fahrt. Wo dennoch weiterhin Marktchancen liegen.

KÖLN. Der Export scheint auch in diesem Jahr, wenn auch mit nachlassender Dynamik, weiter zu zunehmen: Im ersten Halbjahr 2008 stieg die Ausfuhr des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau.

Doch nach fünf Boomjahren müssen sich die Maschinenbauer rund um den Globus wohl auf eine deutliche Abschwächung des konjunkturellen Aufschwunges einstellen. Drei Monate hintereinander meldete die Branche bereits einen Auftragsrückgang. Im Dreimonatsvergleich Mai bis Juli 2008 ergibt sich insgesamt laut VDMA ein Minus von 10 Prozent bei den Auslandsaufträgen bezogen auf die entsprechende Vorjahresperiode.

Als wichtigste Exportbranche hat der Maschinenbau eine Schlüsselstellung in der deutschen Wirtschaft inne. Rund 75 Prozent des deutschen Maschinenumsatzes werden laut VDMA im Ausland erwirtschaftet. Ein Welthandelsanteil von fast 19 Prozent macht die Branche zum führenden Anbieter von Maschinen weltweit, vor den USA und Japan. In 18 von 32 Fachzweigen ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau Weltmarktführer.

Die bedeutendsten Absatzregionen für den deutschen Maschinenbau sind die EU, Ostasien und Nordamerika. Knapp die Hälfte der deutschen Maschinenexporte entfiel im 1. Halbjahr 2008 allein auf die EU.

In Westeuropa ist Frankreich das führende und weltweit das drittwichtigste Exportziel für Maschinen aus Deutschland. Die deutsche Ausfuhr dorthin stieg im 1. Halbjahr 2008 um 11,7 Prozent auf rund 5,2 Mrd. Euro. Dieser Wert entspricht immerhin 7 Prozent der Maschinengesamtausfuhr. Italien und das Vereinigtes Königreich fragen jeweils 5 Prozent der Ausfuhr nach. Auf Österreich, Spanien und die Niederlande entfallen je 4 Prozent.

Unter den westeuropäischen Absatzmärkten entwickelte sich Schweden im 1. Halbjahr 2008 mit 15 Prozent Wertzuwachs der deutschen Maschinenausfuhr am dynamischsten. Von den anderen Volumenmärkten der Region zeigten die Schweiz mit 12 Prozent und die Niederlande mit 9 Prozent ein besonders kräftiges Wachstum. Dies fiel mit 1,2 Prozent im Vereinigten Königreich - infolge der Konjunkturflaute der britischen Wirtschaft - am schwächsten aus.

Osteuropa zeigt noch großen Investitionsbedarf

Eine immer noch hohe Dynamik zeigt die Region Osteuropa. Die deutsche Maschinenausfuhr nach Russland, zum Beispiel wuchs im 1. Halbjahr 2008 um 29 Prozent auf knapp 4 Mrd. Euro. Deutsche Maschinenbauer stellen mit diesen Lieferungen die wichtigsten Ausrüster.

Zwar hat die globale Finanzkrise die Kreditaufnahme russischer Unternehmen leicht verteuert. Dennoch sind die Bruttoanlageinvestitionen im 1. Quartal 2008 um ein Fünftel gegenüber der Vorjahresperiode gestiegen. Bereits 2007 hatten sie den Rekordwert von umgerechnet 190 Mrd. Euro erreicht, was einem realen Zuwachs um 21 Prozent entsprach. Der enorme Investitionsbedarf im Land wird auch in den nächsten Jahren für zweistellige Zuwächse beim Absatz von Anlagegütern sorgen.

Da die einheimischen Branchenunternehmen qualitativ kaum mit der internationalen Konkurrenz mithalten können, bestehen für ausländische Anbieter weiterhin sehr gute Absatzchancen. Verstärkt eingeführt wurden unter anderem Bau- und Baustoffmaschinen sowie Verfahrenstechnik.

Polen glänzte im 1. Halbjahr 2008 weiter als Absatzmarkt für die deutsche Maschinenausfuhr mit einem Wachstum von immerhin noch 11 Prozent auf ein Volumen von 2,3 Mrd. Euro. Deutschland bleibt mit einer Ausfuhr von 1,8 Mrd. Euro im 1. Halbjahr mit Abstand wichtigstes Bezugsland für das traditionelle Maschinenbauland Tschechien.

Weitere wichtige Abnehmer von Maschinen und Anlagen in Osteuropa sind Ungarn, Rumänien, die Ukraine, die Slowakei, Belarus, Kroatien und Bulgarien.

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