Auslandsleasing
Weltweite Expansion dank Miet-Finanzierung

Um im Ausland zu investieren, setzen viele Unternehmer auf die Finanzierung per Leasing. Früher war das ein kompliziertes und teures Unterfangen. Doch die Tochtergesellschaften deutscher Leasing-Firmen haben sich in den wichtigsten Wachstumsmärkten niedergelassen. Und versprechen eine Rundum-Sorglos-Betreuung vor Ort.

KÖLN. Mehr als die Hälfte aller Unternehmer, die im Ausland investieren, finanzieren die Expansion mit Leasingangeboten. So liegt der Anteil von Leasing an den außenfinanzierten Investitionen derzeit bei rund 54 Prozent, belegt eine aktuelle Untersuchung des ifo Instituts für Wirtschaftsförderung. Zuletzt war das Auslandsgeschäft einer der wenigen Wachstumsbringer für die deutsche Leasing-Branche. So konnte sie im vorigen Jahr trotz der schwierigen Lage auf dem Finanzmarkt noch um immerhin 3,3 Prozent wachsen.

Klar, dass der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) die Bedeutung des Leasing gerade für kleinere Unternehmen betont: "Leasing ist die Investitionsalternative für den Mittelstand", so Reinhard Gödel, Präsident des BDL. Gerade in Krisenzeiten. Wer als mittelständischer Unternehmer ins Ausland expandieren will, hat beim Leasen neuer Produktionsanlagen oder Nutzfahrzeuge mehrere Alternativen. Zum einen kann sich der Investor an eine Leasingfirma vor Ort wenden. Doch häufig sprechen die örtlichen Leasingmitarbeiter kein deutsch, der Unternehmer muss also englische Verträge prüfen lassen. Zusammen mit der Unkenntnis der Gesetze vor Ort schreckt dies viele Investoren ab.

Eine andere Möglichkeit ist daher der Umweg über Deutschland. Der Investor wendet sich an eine heimische Leasingfirma, die sich des Auftrags annimmt. Auf diese Weise least der Kunde in Deutschland, muss das Gerät aber anschließend selbst über die Grenze schaffen. Ein solches "Cross-Border-Leasing" hat erhebliche Nachteile: "Je nach Ländervorschriften könnten für das Leasing eigene Rechts- und Steuervertretungen notwendig sein", warnt Rainer Goldberg, Osteuropa-Experte der IKB Leasing in Hamburg. "Dies führt zu zusätzlichen Kosten abseits der normalen Leasingaufwendungen". Außerdem fallen beim Transport der Güter hohe Zölle an. "Das Cross-Border-Leasing ist daher in den letzten Jahren zugunsten des Domestic Leasing zunehmend aus der Mode gekommen", bestätigt auch Friedhelm Westebbe, Hauptgeschäftsführer des BDL.

So haben viele deutsche Leasingunternehmen inzwischen Tochtergesellschaften im Ausland gegründet, allein der hiesige Branchenprimus Deutsche Leasing ist in 13 Ländern weltweit präsent. Möchte ein Unternehmer außerhalb Deutschlands leasen, sollte er sich daher erkundigen, ob vor Ort die Dependance eines deutschen Leasinganbieters zu finden ist. Auf ein aufwendiges Cross-Border-Leasing kann er so verzichten.

Die Vorteile eines Vertrags mit einer deutschen Leasingniederlassung liegen für den Kunden aber nicht nur in der besseren Finanzierung. Oft können über Tochtergesellschaften langjährige Geschäftsbeziehungen fortgeführt werden. Der Kunde weiß, was ihn an Vertragsbedingungen, Führungsgrundsätzen und Arbeitsklima erwartet. Falls er Fragen hat, kann er sich an die deutsch sprechenden Mitarbeiter vor Ort oder die Konzernzentrale wenden. "Außerdem sind die Mitarbeiter vor Ort mit der Rechtssprechung und den Steuergesetzen vertraut und können dem Unternehmer wichtige Hinweise in punkto Eigentumsrecht oder Haftung geben", sagt Osteuropa-Experte Goldberg. Während in Deutschland beispielsweise beim Finanzleasing das Objekt bei der Leasing-Gesellschaft bilanziert wird, steht es in Osteuropa beim Leasing-Nehmer in den Büchern.

Aufpassen sollten Unternehmer auch beim Thema Devisen. Zwar laufen die monatlichen Raten häufig in der Landeswährung. Viele deutsche Tochterunternehmen von Leasingunternehmen refinanzieren sich aber in der Euro-Zone. Die regelmäßigen Raten können so im Verlauf des Leasingvertrags für den Unternehmer mitunter steigen, wenn sich der Wechselkurs ändert.

Leasinggesellschaften eröffnen heimischen Herstellern aber auch neue Märkte im Ausland. Als zwischengeschaltete Finanziers finden sie Möglichkeiten, die deutschen Produkte an die Kunden zu bringen. So zum Beispiel in China, wo seit einigen Jahren unter anderem deutsche Leasing-Töchter der Siemens Finance & Leasing und der Deutschen Leasing aktiv sind. Chinesische Kunden können teurere Maschinen oft nicht direkt voll bezahlen. Eine Ratenzahlung in Devisen ist aber genehmigungspflichtig und daher in der Praxis fast immer ausgeschlossen. So scheiterten früher die Geschäfte am mangelnden Kapital - auch weil chinesische Banken an Privatunternehmen kaum Kredite vergeben. Von den Finanzierungsangeboten der Leasingfirmen vor Ort profitieren so sowohl die chinesischen Kunden als auch die Maschinenhersteller. Deutsches Leasing im Ausland ist so für viele Unternehmer zur leichten und lohnenden Finanzierung geworden.

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