Auslandsmärkte
Sesam öffne dich – Türen in Arabien öffnen

Arabische Länder bieten viele Wachstumschancen - wenn Unternehmen wissen, wie verschlossene Türen aufgehen. Hier helfen vor allem gute Mitarbeiter und eine Ausbildung im Ausland weiter. Die können auch Mittelständler stemmen.
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KÖLN. Das Ansehen der deutschen Berufsbildung ist weltweit gut - vor allem aber in der arabischen Welt. "Deutsche Unternehmen könnten stärker davon profitieren", meint Sabine Gummersbach-Majoroh, Leiterin von iMove, der Exportinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Bevölkerung in den arabischen Ländern ist jung, der Bedarf an Ausbildung groß. "Mittelständler nutzen die Chancen, die sich hieraus ergeben, bislang kaum", beobachtet Gummersbach-Majoroh. Dabei löst die Personalausbildung vor Ort nicht nur das Fachkräfteproblem. Sie ist in der Region zwischen Marokko und dem Persischen Golf zudem ein Türöffner für Exporte von Gütern und Dienstleistungen.

Vor allem die Regierungen der ölreichen Golfstaaten wollen die einheimische Bevölkerung qualifizieren, um die Abhängigkeit vom Öl zu mindern und weniger ausländische Fachkräfte ins Land holen zu müssen. Zudem hat die Politik die Gefahren hoher Jugendarbeitslosigkeit erkannt. Eine Berufsausbildung existiert aber kaum. Gleichzeitig genießt das deutsche duale System für technische und medizinische Berufe einen hervorragenden Ruf. Mittelständische Unternehmen, die ihre Wettbewerbsposition in den arabischen Staaten verbessern wollen, sollten überzeugende Schulungsangebote entwickeln, rät Gummersbach-Majoroh. Abdulaziz Al-Mikh-lafi, Generalsekretär der Arab-German Chamber of Commerce and Industry (Ghorfa), bestätigt das: "Wer mit den Produkten die Berufsausbildung für die einheimische Bevölkerung mitliefert, hat es beim Markt-eintritt leichter." iMove und Ghorfa haben gemeinsam das Deutsch-Arabische Bildungsforum ins Leben gerufen, das im Mai erstmals in Berlin stattfand.

Ein Land mit besonders großem Ausbildungsbedarf und-budget ist Saudi-Arabien. Rund 60 Prozent der 29 Millionen Einwohner sind jünger als 18 Jahre. Die saudische Regierung gibt 2009 mehr als 25 Prozent des Haushalts, insgesamt 32,6 Milliarden US-Dollar, für Bildung aus. "Wir wollen die technisch-berufliche Bildung sowohl qualitativ als auch quantitativ deutlich ausbauen", so Ossama bin Abdul Majed Shobokshi, saudischer Botschafter in Berlin, auf dem Bildungsforum. Partner aus Deutschland seien hierbei ausdrücklich erwünscht, meinten einhellig arabische Repräsentanten.

Für Mittelständler sind dabei Kooperationen mit Bildungsanbietern interessant. iMove vermittelt Kontakte, etwa zu Dienstleistern wie gpdm international, die im Auftrag von Unternehmen vor Ort Akademien aufbauen und sich um die Anerkennung der Abschlüsse kümmern. Markus Kamann, Managing Director bei gpdm international, hat im Frühjahr ein Büro in Kairo eröffnet und betont: "Es macht Sinn, schon beim Erstellen des Angebots die Ausbildungsvorhaben konkret darzulegen. Das erhöht die Chancen, Ausschreibungen zu gewinnen." Großes Potenzial sieht Kamann für Produzenten von Lebensmittel-, Medizin-, Windenergie-, Klima- und Gebäudetechnik.

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