Auto statt Lohnerhöhung
Stärkere Motivation dank Dienstwagen

Eine bessere Motivation gibt es nicht: Dienstwagen gehören seit Jahren zu den Top-Statussymbolen in Unternehmen. Kein Wunder, der eigene Firmenwagen macht schließlich was her, nicht nur bei den Kollegen im Betrieb. Auch das Ansehen in der Nachbarschaft steigt sprunghaft an, wenn man mit dem edlen Geschäftsmobil zu Hause vorfährt, um damit die privaten Einkaufs- und Urlaubsfahrten zu erledigen.

DÜSSELDORF. "Dienstwagen dokumentieren die Stellung des Mitarbeiters nach innen und außen", sagt Zsolt Tánczos, Consultant bei der Unternehmensberatung HayGroup. Er hat in einer kürzlich erschienenen Studie die Dienstwagenvergabepraxis in 350 Unternehmen untersucht. Ergebnis: Die Vergabe von Dienstwagen nimmt in Deutschland weiter zu. Selbst der wachsende Kostendruck hat daran nichts geändert. Inzwischen geht der Trend zu besonderen Fahrzeugen. Tánczos: "Viele Firmen versuchen, damit das Unternehmensimage sowohl bei Kundenbesuchen als auch bei den eigenen Mitarbeitern zu fördern." So werden immer öfter Coupés, Geländewagen oder Cabrios zugelassen, die früher tabu waren. In größeren Firmen lässt sich dagegen der Trend erkennen, eher die Durchschnittsmodelle mit Basismotorisierung und streng vorgeschriebenem Ausstattungsniveau zu vergeben.

"Gleichzeitig wird mehr Wert auf eine günstige Finanzierung sowie auf eine effektive Fuhrparkverwaltung gelegt", stellen die Autoren des Ratgebers "Dienstwagenmanagement 2005" fest. Dieser bietet Hilfestellung für mittelständische Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Dienstwagen zur Verfügung stellen, und wird in Kooperation zwischen der VR-Leasing, dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte, dem Marktbeobachter Dataforce und dem F.A.Z-Institut herausgegeben.

Der Ratgeber erläutert im Detail, worauf Firmenchefs im Rahmen ihres Dienstwagenmanagements achten müssen, damit sich die Sache für Arbeitnehmer und Arbeitgeber rechnet. Denn neben Motivationsschub und Imagegewinn können Firmenwagen unterm Strich auch die Firmenkasse entlasten. Ein Beispiel dafür ist das so genannte Dienstwagenmodell, die Umwandlung von Gehaltsanteilen in einen Dienstwagen, das der Bundesgerichtshof vor acht Jahren ausdrücklich zugelassen hat.

Die Idee ist einfach: Anstelle einer Lohnerhöhung in Euro stellt das Unternehmen dem Mitarbeiter einen Dienstwagen zur beruflichen und privaten Nutzung zu Verfügung. Vorteil: Der Arbeitgeber kann Personalkosten auf Sachkosten verlagern und so die Lohnnebenkosten verringern. Werden die Fahrzeuge gekauft, lassen sich Abschreibungen und Aufwendungen für den Unterhalt als Betriebsausgaben steuerlich berücksichtigen. Die Umsatzsteuer für die laufenden Betriebskosten wie Wartung und Reparatur kann als Vorsteuer abgezogen werden. Beim Leasing wirken die Leasingraten als Betriebsausgaben steuermindernd, zusätzlich reduzieren Mengenrabatte die monatlichen Raten.

Das Dienstwagenmodell lässt sich über die folgenden drei Gehaltsumwandlungsmodelle anwenden: Beim ersten Modell entscheidet sich der Mitarbeiter für einen Dienstwagen anstatt für eine Gehaltserhöhung. Der Arbeitgeber sollte dann zustimmen, wenn die monatlichen Kosten des Dienstwagens die Kosten einer vergleichbaren Gehaltserhöhung nicht übersteigen. Das zweite Modell geht davon aus, dass die Gehaltserhöhung nicht ausreicht, um einen Dienstwagen zu finanzieren. In derartigen Fällen kann der Arbeitnehmer die Differenz in Form einer Zuzahlung selbst tragen. Dadurch mindert er den zu versteuernden geltwerten Vorteil und kann sich unter Umständen an den Kosten für die individuelle Ausstattung beteiligen. Beim dritten Modell schließlich kann ein Arbeitnehmer die Aufwendungen für einen Dienstwagen auch durch einen Gehaltsverzicht erbringen. Dabei verzichtet er auf einen Teil seines Bruttogehalts, meist in Höhe der monatlichen Leasingrate, und kann so von den finanziellen Vorteilen profitieren.

Damit das Angebot von den Mitarbeitern angenommen wird, sollten Unternehmer nicht nur die freie Fahrzeugwahl zulassen, sondern auch für jeden Interessenten eine individuelle Berechnung aufstellen, empfehlen Experten. Denn noch immer können sich viele Angestellte mit Dienstwagenangeboten nicht anfreunden, weil sie nicht wissen, ob sich ein Firmenauto für sie auch finanziell lohnt.

Die zehn beliebtesten Dienstwagen in Deutschland:

1. VW Passat Variant
2. Audi A4 Avant
3. VW Touran
4. VW Golf Limousine
5. Opel Astra Caravan
6. Audi A6 Limousine
7. BMW 3er Touring
8. Audi A6 Avant
9. VW Transporter
10. Audi A3

Quelle: Dataforce, 1. Halbj. 2005

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