Autobranche
Asiens Autoindustrie mit neuem Antrieb

Die ostasiatischen Automobilbauer sehen ihre Zukunft in alternativer Antriebstechnik. Viele Unternehmen investieren trotz Krise, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und dabei stehen die Autohersteller nicht alleine da. Asiens Regierungen lassen ihre Autoindustrien nicht im Regen stehen. Und Staatshilfen können entscheidend sein.

TOKIO. Die Zukunft gehört umweltfreundlichen Autotechnologien, denn endliche Ölreserven und der Klimawandel zwingen Hersteller und Verbraucher zum Umdenken. Die aktuelle Wirtschaftskrise und fallende Benzinpreise hinterlassen aber auch bei den zukunftsträchtigen Technologien ihre Spuren. 2009 dürfte ein schwieriges Jahr für die Hersteller von Ökoautos werden. Ihre Fahrzeuge mit Elektroantrieben oder Hybridmotoren sind teurer als herkömmliche Pkw. Bereits 2008 machte sich die Krise bemerkbar: In den USA, dem weltweit größten Markt für Fahrzeuge mit Hybridantrieben, wurden rund 315.000 Stück verkauft - zehn Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch in Japan konnten die zweistelligen Zuwächse der vergangenen Jahre nicht gehalten werden; immerhin verzeichneten die Hersteller noch ein leichtes Absatzplus. Führende Autobauer in Japan, der Volksrepublik China und der Republik Korea lassen sich jedoch von der derzeitigen Konjunktur nicht beirren. Sie arbeiten auf Hochtouren an neuen, noch leistungsfähigeren Modellen der Zukunftsflitzer.

Japan ist bei der Entwicklung von Autos mit alternativen Antrieben führend. Im Februar 2009 begann Honda mit dem Verkauf seines neuen Hybridmodells Insight, das einen sparsamen Verbrennungsmotor mit dem Elektroantrieb kombiniert. Rund 15.300 Euro kostet der Honda Insight im Inland. Das japanische Publikum honoriert den günstigen Preis. Während sich Honda für Februar 2009 ein Absatzziel von 5.000 Stück gesetzt hatte, gingen allein in den ersten zwei Wochen fast 15.000 Bestellungen ein. Insgesamt 200.000 Stück möchte Honda 2009 weltweit verkaufen. Der Pionier des Hybridautos und Rivale Toyota sieht diesem Vorstoß nicht untätig zu. 2009 will der Konzern in Japan und später auch in anderen Ländern, vor allem in den USA, vier neue, preislich attraktive Hybridmodelle einführen. Dazu gehört unter anderem eine verbesserte Version des Prius.

Während die Konkurrenz noch weitgehend auf konventionelle Hybridantriebe setzt, wagt Mitsubishi bereits den nächsten Schritt. Für Sommer 2009 hat die Firma die erste Serienproduktion eines vollelektrischen Pkw angkündigt. Der iMiEV (Mitsubishi innovative Electric Vehicle) soll zunächst in Japan, ab Ende 2010 im Rahmen einer Vereinbarung mit Peugeot auch in Europa eingeführt werden. Private Käufer werden auch in Japan wahrscheinlich bis 2010 auf das Auto warten müssen. Mitsubishi plant, den Wagen zunächst nur an staatliche und gewerbliche Kunden wie Postämter, Elektrizitätsversorger und Convenience-Store-Ketten zu verkaufen oder zum Leasing anzubieten. Der Preis steht noch nicht fest.

Ob vollelektrische Kfz oder Hybridfahrzeuge - für Autos, die mit elektrischem Strom fahren, sind die Batterien von entscheidender Bedeutung. Leistungsfähig und leicht müssen sie sein, sich schnell aufladen lassen und hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Bisher sind Hybridautos mit Ni-ckel-Metallhydrid-Batterien ausgestattet. Die nächste Generation wird aber über die kleineren, leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Akkus verfügen. Diese werden fast ausschließlich in Notebooks und anderen tragbaren Elektronikgeräten eingesetzt. Um die Probleme zu lösen, die ihr Gebrauch im Auto vor allem in Bezug auf Sicherheit und Zuverlässigkeit mit sich bringt, etwa Brandgefahr durch Überhitzung, haben sich führende Autokonzerne mit Batterieherstellern zusammengeschlossen.

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