Autobranche
Der Kombi rollt den Fuhrpark auf

Die Zeit der Limousine geht zu Ende - zumindest in immer mehr Firmen-Fuhrparks. Waren früher vor allem Service-Mitarbeiter mit einem Kombi unterwegs, so entwickeln sich die Autos mit dem großen Kofferraum immer mehr zum Liebling der mittleren Führungsebene. Nicht ohne Grund. Wieso Unternehmen jetzt auf Kombis setzen.

DÜSSELDORF. Elegantes Design, sportliches Fahren und dennoch hoher Nutzwert - all das wünschen sich Kombi-Fahrer von heute. Welche Antworten die Hersteller in petto haben. Wenn Norbert Reithofer von "stilvoller Eleganz einer Limousine" und zugleich der "Vielseitigkeit eines SUV" schwärmt, klingt diese Kombination nach einem ganz neuen Fahrzeugkonzept, dabei meint der BMW-Chef eigentlich seinen neuen Kombi 5er Gran Turismo.

Zuvor hatten die Bayern lange überlegt, was genau für sie einen Kombi eigentlich ausmacht - und kamen dann rechtzeitig zur diesjährigen IAA, auf der sie das neue Vorzeigemodell präsentieren wollen, bevor dann Ende Oktober der Verkauf beginnt, schon mal mit einem neuen Begriff um die Ecke: Kombi-Coupé. Auch andere Hersteller sprechen bereits bei bestimmten Schrägheck- Limousinen von "Kombi-Qualitäten". Mitsubishi-Händler beispielsweise verkaufen in Ermangelung eines eigenen Lastträgermodells ihre Mittelklasselimousine mit steilem Schrägheck, den Lancer Sportage, ebenfalls als Kombi.

Das Skoda-Modell Superb gibt es unterdessen mit gleich zwei separat zu bedienende Heckklappen. Die kleinere lässt sich mit der Öffnung bei einer Stufenheck-Limousine vergleichen, bei der großen Abdeckung schwingt das ganze Heckportal auf. "Das Öffnen der kleinen Gepäckraumklappe unterhalb des Heckfensters ermöglicht ein Beladen, ohne dass akustische Störungen, Zuglufteinflüsse oder Temperaturänderungen im Fahrgastraum auftreten", trommelt Skoda-Sprecher Nikolaus Reichert. Sperrige Transportgüter hingegen könnten nach dem Öffnen der großen Heckklappe verstaut werden.

Händler der tschechischen Automarke sprechen beim Superb mittlerweile von einem "Kombi-Kombi", einer Kombi- Limousine oder einfach platt vom "Raumwunder der Fahrzeugoberklasse". Konkurrent Mazda will unterdessen seinem 6er-Kombimodell die beim Öffnen der Heckklappe automatisch nach oben schwingende Laderaumabdeckung als eine Art Zwischenlösung zwischen den Modellarten verstanden wissen.

Unabhängig von der Diskussion über das Outfit zeitgemäßer Heckgroßraum- Pkw ist sich Dieter Zetsche sicher, dass deren Fahrer heute auf drei Faktoren besonderen Wert legen: hoher Nutzwert, elegantes Design und sportliches Fahrvermögen. Gern verweist der Daimler-Chef dabei auf sein neues Mercedes E-Klasse T-Modell, das diese Tugenden in sich vereine, auf der IAA ebenfalls seine Premiere feiert und im kommenden November in die Verkaufshallen rollt. Zum Angebot "Ladegutmanagement" des neuen Stern-Modells gehören etwa die automatisch öffnende und schließende Heckklappe mit elektrischem Rollolift, der Faltladeboden, die Laderaumabdeckung sowie das Ladegutsicherungsnetz. "Rund 30 Prozent aller E-Klassen sind T-Modelle, an dieser Erfolgsgeschichte werden wir anknüpfen", kündigt Zetsche an.

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