Automobilindustrie
Indonesien setzt weiter auf vier Räder

Die Autokrise bekommt auch Indonesien zu spüren - auch wenn das südostasiatische Land weniger betroffen ist als andere. Und dennoch. Die Branche blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und hat allen Grund zum Optimismus. Das gilt auch für potenzielle Investoren.

JAKARTA. Nach dem Rekordabsatz von mehr als 600.000 Fahrzeugen im Jahr 2008 erwartet die indonesische Kfz-Branche wegen der negativen Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise für 2009 eine Abschwächung der Nachfrage. Dennoch bleibt Indonesien aufgrund seines gewaltigen Wachstumspotenzials mittelfristig ein zukunftsträchtiger und interessanter Markt sowie Produktionsstandort für internationale Hersteller von Fahrzeugen, Kfz-Teilen und-Komponenten. Mit der fortschreitenden Asean-Integration dürfte die Bedeutung des Landes weiter steigen.

Marktentwicklung/-bedarf

Obwohl die globale Krise Indonesien wegen seines vergleichsweise geringen Integrationsgrades mit der Weltwirtschaft weniger hart trifft als die Industrieländer, leidet die Automobilbranche des Inselstaates an einer abgeflachten Nachfrage. Die schwache Landeswährung treibt die Kosten sowie die Preise in die Höhe und dämpft damit den Absatz. Der Fachverband der Automobilindustrie Gaikindo (Association of Indonesian Automotive Industries) rechnet für das Gesamtjahr 2009 mit einem Verkaufsrückgang von circa 30% auf rund 400.000 Fahrzeuge.

Das Jahr 2008 war für die Kfz-Branche besonders erfolgreich. Die Verkaufsmenge erhöhte sich gegenüber 2007 um knapp 40% auf 603.774 Fahrzeuge. Mehr als 70% dieses Absatzes bestanden aus Pkw, wobei es sich hier überwiegend um Mehrzweckfahrzeuge (MPV = "Multi Purpose Vehicle") mit drei Sitzreihen handelte, die sich in Indonesien hoher Beliebtheit erfreuen. Dank der regen Nachfrage schnellten auch die Umsätze und Gewinne in die Höhe. So steigerte das marktführende Branchenunternehmen, die Astra-Gruppe, 2008 ihren Nettogewinn gegenüber 2007 um 41% auf 9,2 Bill. Rupiah (Rp; rund 650 Mio. Euro; durchschnittlicher Wechselkurs 2008: 1 Euro = 14.165 Rp). Gleichzeitig legte der Nettoumsatz der Gruppe um 38% auf 97,1 Bill. Rp zu.

Von der starken Marktexpansion profitierte auch die Kfz-Zulieferindustrie. Im Rahmen der qualitativen Neuorientierung werden verstärkt Originalteile und hochwertige Komponenten eingesetzt. Die in einigen Kreisen anfänglich stark kritisierte Importliberalisierung führt allgemein zur Qualitätssteigerung. Mit der Umsetzung der bereits beschlossenen Umweltstandards soll die Modernisierung der Industrie in den bevorstehenden Jahren vorangetrieben werden.

Die Regierung plant, den Energie- und Sicherheitsrichtlinien der Vereinten Nationen zu folgen. Demnach sollen bis 2012 alle Fahrzeuge der Euro-4-Norm entsprechen. Um die sich aus dem AFTA-Freihandelsabkommen ("Asean Free Trade Area") ergebenden Vorteile effektiv zu nutzen, hält der Komponentenverband GIAMM (Indonesian Automotive Parts and Components Industries Association) weitere Qualitätsverbesserungen für notwendig. Diese sollen über eine verstärkte technische Kooperation mit ausländischen Herstellern ermöglicht werden.

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