Automobilzulieferer
Zulieferer Hella kommt ohne Kündigungen aus

Der Automobilzulieferer Hella Hueck verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen. Seit der Mitteilung im Frühjahr, mehr als 800 Stellen abzubauen, konnte der Autozulieferer für mehr als 650 Stellen eine sozialverträgliche Regelung finden. Nun soll auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2010 ganz verzichtet werden.
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HB LIPPSTADT. „Auf Basis des inzwischen realisierten sozialverträglichen Stellenabbaus sowie der verlängerten Kurzarbeitsregelung ist uns ein wichtiger Schritt zur Anpassung an das strukturell bedingte niedrigere Umsatzniveau gelungen“, sagte Jürgen Behrend, persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Neben dem Abschluss der Refinanzierung mit der Begebung einer Anleihe im Volumen von 300 Mio. Euro könne Hella damit seine Unabhängigkeit sicherstellen.

Das Familienunternehmen mit 23 000 Beschäftigten und einem Umsatz von 3,3 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2008/09 gehört zu den Top 50 der weltweiten Automobilzulieferer sowie zu den 100 größten deutschen Industrieunternehmen. Wegen der Wirtschaftskrise, von der die Automobilindustrie besonders schwer getroffen wurde, hatte der Autoscheinwerferhersteller im Frühjahr den Abbau von 800 Arbeitsplätzen angekündigt. Über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit sowie ein freiwilliges Abfindungsprogramm konnte seitdem für mehr als 650 Stellen eine sozialverträgliche Regelung gefunden werden. Betriebsbedingte Kündigungen wurden bisher nicht ausgesprochen.

Angesichts des Umfangs sowie der schnellen Umsetzung der gefundenen Regelungen haben sich Unternehmensführung, Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften jetzt darauf verständigt, auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2010 ganz zu verzichten. Gleichzeitig wurde eine Verlängerung der Kurzarbeitszeitregelung vereinbart, um den nach wie vor bestehenden Nachfragerückgang in der Automobilindustrie abfedern zu können. Für die Standorte Lippstadt und Paderborn wurde die Regelung auf die gesetzlich maximal mögliche Zeitdauer bis zum Herbst 2010 ausgedehnt.

Erst kürzlich hat Hella erstmalig eine Unternehmensanleihe begeben. Das Interesse war so groß, dass es zu einer vierfachen Überzeichnung kam. Hella wertete diesen Umstand als Vertrauensbeweis des Marktes in das Unternehmen trotz der aktuell ungewissen Zeiten in der Automobilbranche.

Die Anleihe hat ein Volumen von 300 Mio. Euro, eine Laufzeit über fünf Jahre und ist mit 7,25 Prozent verzinst. Mit dem neuen Geld sollen vorrangig Bankkredite refinanziert und Liquiditätsposten erhöht werden, wie Hella mitteilte.

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