Autozulieferer
Grammer setzt auf Unabhängigkeit

Der Autozulieferer Grammer hat in der jüngsten Vergangenheit einiges mitgemacht. Nach einem vereitelten Übernahmeangriff und der anschließenden Sanierung peilt der fränkische Konzern nun wieder Wachstum und Gewinne an. Das freut vor allem einen - den neuen Grammer-Chef Hartmut Müller.
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MÜNCHEN. Der fränkische Autozulieferer Grammer sieht sich stark genug, alleine in die Zukunft zu gehen. "Mit unserer Wachstumsstrategie haben wir noch hohes Potenzial in unserem Aktienkurs und sind daher auch eigenständig sehr attraktiv für unsere Aktionäre", sagt Grammer-Chef Hartmut Müller dem Handelsblatt.

Der seit August amtierende Vorstandsvorsitzende hat einen guten Start: In der vergangenen Woche hat das Unternehmen zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognosen erhöht. Zwanzig statt zehn Prozent soll das Umsatzwachstum 2010 betragen, mindestens 3,5 Prozent Vorsteuerrendite soll Grammer einfahren. Schon 2013 wollen die Franken mit Sitzen, Kopfstützen und Mittelkonsolen für Autos und Lkw wieder eine Mrd. Euro pro Jahr umsetzen und die Rendite auf fünf Prozent steigern. Der vorherige Entwicklungsvorstand Müller hat ein Unternehmen übernommen, das eine Rosskur hinter sich hat.

Verpatzte Expansion in Osteuropa

Nach einer verpatzten Expansion in Osteuropa strich Grammer 2008 jeden vierten Job. Gleichzeitig versuchte die österreichische Polytec, die Franken zu übernehmen - vergeblich. Die anschließende Weltwirtschaftskrise vereitelte den Angriff, machte die Sanierung von Grammer aber noch schwieriger.

2009 machte Grammer bei einem Umsatz von 727 Mio. Euro einen Verlust von fast 25 Mio. Euro. Im Februar sackte der Aktienkurs auf 5,45 Euro - seitdem hat sich der Wert mit der anziehenden Konjunktur mehr als verdreifacht. Ein wichtiges Signal, denn seit dem Rückzug von Polytec ist der Autozulieferer wieder zu 76 Prozent in Streubesitz, ein schützender Großaktionär des S-Dax-Unternehmens fehlt.

Grammer-Chef Müller hält den Rückzug von Polytec für konsequent. "Ein Zusammenschluss mit Polytec hätte keinen Kundenmehrwert ergeben", sagt der Manager. So habe es zwischen den Polytec-Produkten wie Türinnenverkleidungen und Grammers Mittelkonsolen und Kopfstützen kaum Synergien gegeben. Auch das Gewicht bei den Herstellern wäre nicht gewachsen. "Größe alleine bringt keine Verhandlungsmacht", sagt Müller.

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  • einfach nur schlecht, sorry, aber Grammer ist ein Unternehmen in Amberg in der Oberpfalz und da ist Franken ziemlich weit weg ;)

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