B.Braun
Von der Apotheke zum Medizintechnikkonzern

B.Braun zählt zu den weltweit führenden Lieferanten für Krankenhaus- und Gesundheitsbedarf. Die erfolgreiche Unternehmensgeschichte eines deutschen Mittelständlers.

FRANKFURT. Auf die "Braunüle" ist man bei B.Braun heute noch stolz. Die erste einteilige Plastikkanüle wurde 1962 von dem Melsunger Medizintechnikunternehmen entwickelt - eine Erfindung, die auch heute aus Kliniken und Arztpraxen nicht wegzudenken ist.

B.Braun zählt zu den weltweit führenden Lieferanten für Krankenhaus- und Gesundheitsbedarf. Die Produktpalette reicht von Infusionslösungen über Zubehör für die Infusionstherapie, Intensivmedizin und Anästhesie bis hin zu chirurgischen Instrumenten, Hüft- und Knieendoprothesen, Dialysegeräten und Zubehör sowie Produkten für die Wundversorgung. Mit diesem breiten Angebot konkurriert B.Braun mit vielen unterschiedlichen Medizintechnikunternehmen weltweit. Auch der Bad Homburger Konzern Fresenius gehört zu den Wettbewerbern.

Die Wurzeln des Unternehmens B.Braun gehen auf die Rosen-Apotheke in Melsungen zurück, die der Ururgroßvater von Ludwig Georg Braun, Julius Wilhelm Braun, im Jahr 1839 erworben hatte und um einen Versandhandel für heimische Kräuter erweiterte. 1908 wurde das erste resorbierbare Nahtmaterial aus Hammeldärmen produziert. 1925 entstand in Mailand die erste ausländische Fertigungsstätte. Gut 50 Jahre später erwarb B.Braun die Firma Aesculap, die heute Weltmarktführer für handgehaltene chirurgische Instrumente ist.

In den 32 Jahren, die Ludwig Georg Braun die Aktiengesellschaft in Familienhand führt, ist B.Braun von 220 Mio. Euro Umsatz auf nunmehr 3,8 Mrd. Euro gewachsen. Der Jahresüberschuss betrug zuletzt 185 Mio. Euro.

Der Unternehmer setzt vor allem auf organisches Wachstum. Nur einmal - 1997 - kaufte Braun für damals 550 Mio. Mark im großen Stil zu: Das Unternehmen erwarb in den USA die Firma McGraw, um auf dem weltweit größten Medizintechnikmarkt seine Präsenz zu verbreitern. Durch den Zukauf konnte B.Braun auch dort die vollständige Produktpalette in der Infusionstherapie anbieten. Heute ist das Unternehmen in 54 Ländern tätig und erzielt rund 80 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands.

Mit einer Eigenkapitalquote von 38 Prozent und Nettofinanzschulden von rund einer Mrd. Euro - knapp das Doppelte des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - steht B.Braun solide da. Vor zwei Jahren hat das Unternehmen ein großes Innovationsprogramm aufgelegt. Mehr als 1,4 Mrd. Euro werden von 2008 bis 2010 in verschiedene Projekte weltweit investiert, größtes Projekt dabei ist der Neubau einer Produktionsanlage für Ernährungslösungen in Melsungen.

1992 ließ B.Braun das neue Hauptwerk des Unternehmens in den Pfieffewiesen von Melsungen errichten. Die futuristischen Gebäude wurden vom britischen Stararchitekten James Stirling konzipiert. Ein weiteres dreieckiges Verwaltungsgebäude (siehe kleines Foto oben) wurde im Sommer 2001 fertiggestellt. Hier setzt der Konzern sein neues Bürokonzept um, bei dem die Mitarbeiter quasi zu Büronomaden werden und sich täglich neu einen freien Schreibtisch suchen. Ihr Arbeitsmaterial verwahren sie im Rollcontainer.

B.Braun ist gesellschaftlich stark engagiert und fördert weltweit insbesondere Kinderprojekte. Seit 2000 verschickt der engagierte Christ Braun jeden Tag an seine Mitarbeiter per Mail den "Gedanken zum Tage": Bibelworte, Lebensweisheiten und kleine Anekdoten, die als "heilsame Störung" in der Hektik des Alltags zum Nachdenken und Innehalten anregen sollen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%