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Banken werden vorsichtiger: Creditreform befürchtet mehr Pleiten

Die US-Immobilienkrise wird nach Einschätzung von Creditreform auch für Unternehmen und Verbraucher in Deutschland Auswirkungen haben. Die Wirtschaftsauskunftei geht davon aus, dass Banken die Risiken künftig strenger bewerten. Steigende Risikoprämien und ein Wiederanstieg der Firmenpleiten könnten die Folge sein.

Creditreform: Für Firmen mit schlechter Bonität werden Kredite künftig teurer. Foto: dpa
Creditreform: Für Firmen mit schlechter Bonität werden Kredite künftig teurer. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Die strengere Bewertung durch die Banken werde dazu führen, dass der Umfang der Kredite geringer und die Konditionen härter werden. Ein Wiederanstieg der Firmenpleiten in Deutschland sei vor diesem Hintergrund nicht auszuschließen. Von einer Kreditklemme für den deutschen Mittelstand könne aber nicht die Rede sein.

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„Der Blick über den Atlantik nach Amerika lässt bereits erahnen, was in Deutschland in den kommenden Monaten eintreten wird“, sagte Helmut Rödl, Mitglied des Gesamtvorstandes von Creditreform. Die Finanzierungsbedingungen für amerikanische Unternehmen hätten sich durch den Anstieg der Risikoprämien auf Unternehmenskredite und andere Faktoren in den vergangenen Wochen so verschärft, dass das einer Anhebung des Leitzinses um rund 0,6 Prozent entspreche. Dies geht laut Creditreform aus der Analyse einer großen Bank hervor.

Unternehmen mit guter Bonität würden auch in Zukunft in Deutschland ohne Probleme Kredite erhalten. Für Unternehmen mit schlechter Bonität und geringer Eigenkapitalquote würden Kredite dagegen spürbar teurer werden. Auch für Verbraucher dürfte es schwieriger werden, Kredite zu bekommen. Das gelte insbesondere für Konsumentenkredite, mit denen der Kauf von Fernsehern und anderen Waren finanziert wird. Angesichts von 7,2 Millionen überschuldeter Bundesbürgern wäre es begrüßenswert, wenn die Kreditkonditionen für Verbraucher wieder stärker an der Bonität ausgerichtet würden.

Creditreform hob seine Pleitenprognose für 2007 nicht an. Die Wirtschaftsauskunftei rechnet demnach unverändert mit 28 000 bis 30 000 Firmenpleiten. Das wäre ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung werde vom Risikomanagement der Banken und der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst. Sollte die EZB noch weitere Zinsanhebungen vornehmen, sei ein Anstieg der Insolvenzen zu befürchten. Rödl verwies darauf, dass einige Branchen stark zinsabhängig seien. So seien die Pleiten im Kraftfahrzeug-Einzelhandel im ersten Halbjahr 2007 gegen den Trend gestiegen.

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