Bankenstudie untersucht Einfluss von Mischkapital auf Firmenerfolg
Macht Mezzanine überlegen?

Dieser Frage ist jetzt die Düsseldorfer IKB Deutsche Industriebank AG nachgegangen, wobei die Jahresabschlüsse von 420 Unternehmen analysiert wurden, von denen 61 Mezzanine-Kapital eingesetzt hatten.

FRANKFURT. Die IKB kommt zu dem Schluss, dass die positiven Effekte von mezzaninen Finanzierungen überwiegen und dass ein wesentlicher Schritt zu einer besseren Ausstattung des Mittelstands mit Haftkapital geleistet wird. Mezzanine steht als Mischform zwischen dem Eigen- und Fremdkapital. Da Mezzanine gegenüber dem Fremdkapital nachrangig ist, wird es oft als Eigenkapitalersatz betrachtet.

Laut IKB-Analyse wird Mezzanine-Kapital meist von Unternehmen mit unterdurchschnittlicher Eigenkapitalquote aufgenommen, die eine deutlich höhere Investitionsneigung haben als die Vergleichsunternehmen mit traditioneller Kapitalausstattung. Nur zum Teil würden Verbindlichkeiten abgelöst, die Strategie sei eher auf Wachstum ausgerichtet. "Mezzanine-Kapital sehen wir bei der IKB immer im Zusammenhang mit Investitionen. Die Unternehmen sind nicht defensiv ausgerichtet, sie wollen vielmehr einen Sprung nach vorn machen", sagt Vorstandsmitglied Markus Guthoff gegenüber dem Handelsblatt. Und der jüngste "Mittelstands-Monitor" der KfW Bankengruppe weist darauf hin, dass Mezzanine keinesfalls ein "Rettungsanker" für Unternehmen in Schwierigkeiten darstelle.

Laut der IKB-Analyse sind die Unternehmen, die sich der neuen Finanzierungsform öffnen, auch erfolgreicher. Im Jahr 2002, also vor der Mezzanine-Aufnahme, hätten alle Unternehmen eine Gewinnquote vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 8,7 bis 8,8 Prozent gehabt. Bis Ende 2004 hätten die Mezzanine-Nehmer die Gewinnquote aber auf 9,5 Prozent steigern können, während die Vergleichsunternehmen bei 8,7 Prozent blieben, erläutert Guthoff.

Für die Banken sind Mezzanine-Finanzierungen ein lukratives und wachstumsträchtiges Geschäft geworden. Neben der IKB sind auch zahlreiche andere Banken wie etwa die Hypo-Vereinsbank oder die Commerzbank sowie die Landesbanken mit neuen Produkten am Markt. Durch eine zunehmende Standardisierung und den Einsatz der Verbriefungstechnik am Kapitalmarkt liegen die Zinssätze heute - je nach Bonität des Schuldners - zwischen 6,25 und 8,75 Prozent. Mit standardisierten Verträgen werden mindestens 30 bis 40 Mezzanine-Finanzierungen gebündelt und am Kapitalmarkt durch die Ausgabe von gerateten Anleihen - so genannten Credit Linked Notes - refinanziert.

Was genau ist Mezzanine? Lesen Sie es im neuen Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:
» Mezzanine im Wirtschaftswiki.

Die Risikostreuung über mehrere Branchen lässt günstigere Zinssätze zu als bei der Bepreisung von einzelnen Emissionen. "Der Wettbewerb ist auch hier voll entbrannt - zum Vorteil der mittelständischen Kunden. Die Unternehmer reden heute in der Regel mit mehreren Anbietern, bevor sie sich entscheiden", nennt Guthoff einen weiteren Grund, warum Mezzanine tendenziell günstiger zu haben sein wird.

Und noch ist der Kuchen nicht ganz verteilt. In den vergangenen 18 Monaten lag das Verbriefungsvolumen bei 2,1 Mrd. Euro. Das zusätzliche Marktvolumen dürfte nochmals rund drei Mrd. Euro ausmachen. "In den Jahren 2004 und 2005 stand die Optimierung der Bilanzstrukturen im Vordergrund, jetzt rückt das Wachstumsthema stärker in den Fokus", glaubt IKB-Vorstand Guthoff.

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