Bauchemiespezialist
Ardex baut Geschäft um

Der Baukleber- und Spachtelmassehersteller Ardex aus Witten richtet sich neu aus: Nach dem Rückzug von Dieter Gundlach soll ein Wechsel in der Chefetage helfen das Auslandsgeschäft zu stärken. Die neue Führung, eine Doppelspitze: Künftig leiten ein Bauingenieur und ein Ökonom das Unternehmen.
  • 0

WITTEN. Der Bauchemiespezialist Ardes aus Witten nutzt einen Wechsel an der Führungsspitze für die Neuausrichtung. Mit dem Jahreswechsel werden das nationale und internationale Geschäft des Herstellers von Bauklebern für Fliesen und Parkett oder auch Schnellmörtel als getrennte Bereiche geführt. Gleichzeitig werden die bislang in Personalunion von Dieter Gundlach (62) verantworteten Führungsaufgaben auf zwei Schultern verteilt. Gundlach stand Ardex, das Unternehmen zählt zu den internationalen Marktführern in seinem Bereich, fast zwanzig Jahre vor und geht in den Ruhestand.

Künftig werden der 51-jährige Bauingenieur und Ex-Chef des Baumaschinenkonzerns Putzmeister aus Stuttgart, Felix Selinger, das Auslandsgeschäft und Diplom-Ökonom Mark Eslamlooy (43) das Deutschlandgeschäft sowie die Finanzen verantworten. Gesellschafter der 1949 gegründeten Ardex sind die Familien Fortmann und Krafft in zweiter Generation. Sie haben sich bereits seit längerem aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die Geschäftsführung externen Managern überlassen.

Hintergrund der Neuausrichtung, so Gundlach, sei die Fokussierung auf das Auslandsgeschäft. Der Anteil des Deutschlandgeschäfts am Umsatz soll mittelfristig von 30 auf 25 Prozent sinken. Es gebe noch zahlreiche weiße Flecken auf der Weltkarte von Ardex, wie zum Beispiel China.

Allerdings hat der Bauzulieferer, dessen Produkte nur über den Fachgroßhandel vertrieben werden, die weltweite Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. So wird in diesem Jahr mit 1 800 Mitarbeitern in 38 Ländern mit 20 Werken ein Umsatzrückgang um acht Prozent auf 440 Mio. Euro erwartet. Gundlach führt dies vor allem auf den Einbruch der Märkte in Großbritannien, Irland und Spanien zurück. In den USA sei Ardex mit einem blauen Auge davon gekommen. Deutschland habe sich wegen der Konjunkturprogramme als stabilisierender Markt erwiesen.

Zur Ergebnisentwicklung machte Gundlach keine konkreten Angaben. Doch habe es nach einem Spitzenergebnis im Jahr 2007 Rückgänge gegeben. Doch mache Ardex eine hohe Eigenkapitalquote unabhängig von den Problemen der Finanzmärkte. Damit begründet er auch die hohen "antizyklischen Investitionen" des Unternehmens von insgesamt 100 Mio. Euro von 2008 bis 2010, davon ein Drittel am Heimatstandort.

Kommentare zu " Bauchemiespezialist: Ardex baut Geschäft um"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%