Bauen im Bestand
Altbauten werden zum neuen Markt

Der Gesellschaftsbereich Isolierung ist erfolgreich wie nie zuvor: Bauunternehmen erwirtschaften inzwischen mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit der Sanierung, Renovierung oder dem Umbau existierender Gebäude, dem so genannten Bauen im Bestand. Die Branche boomt, das Potential für weiteres Wachstum ist groß.

BREMEN. Für Michael Krieger liegt die Zukunft der Bauwirtschaft in der City: „Es wird nur noch in den großen Ballungszentren neu gebaut“, glaubt der Geschäftsführer des mittelständischen Bauunternehmens Krieger + Schramm in Dingelstädt. „Neubau-Viertel in ländlichen Regionen werden aussterben.“ Immer mehr Menschen würden in Zukunft in die Innenstädte ziehen. „Und dort gibt es inzwischen einen enormen Nachholbedarf für die Verbesserung der Gebäude“, sagt Krieger. Vor sieben Jahren hat der Bauunternehmer den Geschäftsbereich Sanierung gegründet, der allein im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent gewachsen ist.

„Im gewerblichen Bereich gingen im ersten Halbjahr dieses Jahres ganze 72 Prozent der Finanzierung in den Gebäudebestand“, berichtet Thomas Beyerle, Leiter des Bereiches Research & Strategie bei der Deutschen Gesellschaft für Immobilienfonds in Frankfurt am Main. „Vor fünf Jahren waren es nur 44 Prozent.“

Beim Bauen im Bestand müssen Spezialisten Schäden erkennen und neue technische Infrastruktur in Gebäude einpassen, die nie dafür geplant waren. Außerdem müssen Altbauten plötzlich strengsten Energiestandards genügen. „Das Thema Klimaschutz sorgt derzeit dafür, dass der Geschäftsbereich Isolierung auf einer Erfolgswelle reitet“, sagt Thomas Graber, Geschäftsführer der Graber Dämmtechnik GmbH in Rimsting.

Große Ziele für das Bauen im Bestand verfolgt auch die Goldbeck-Gruppe in Bielefeld. Nachdem das inhabergeführte Unternehmen seit 1969 fast ausschließlich neu gebaut hatte, gründete Goldbeck vor knapp zwei Jahren einen eigenständigen Geschäftsbereich Bauen im Bestand. „Im ersten Geschäftsjahr haben wir noch 10 Mill. Euro erwirtschaftet, im zweiten werden wir voraussichtlich 15 bis 20 Mill. Euro erzielen“, sagt Bereichsleiter Michael Pflug. „Langfristig wollen wir mit dem Bauen im Bestand ein neues Unternehmensstandbein schaffen und hoffen, in zwei bis drei Jahren bis zu 40 Mill. Euro damit zu erzielen.“ Goldbeck will sich dabei auf den Büro- und Geschäftshausbau konzentrieren: „Der Bedarf ist da“, sagt Pflug. „Und er bietet Potenzial für weiteres Wachstum.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%