Baufirmen
Polen verschafft deutschen Firmen Arbeit

Deutsche Baufirmen sind in Polen geschätzt, vor allem aufgrund ihres Know-Hows. Doch der Schritt ins Nachbarland birgt auch Risiken; nur Firmen mit besonders wettbewerbsfähigen Produkten und Leistungen können den Schritt guten Gewissens wagen. Doch das Geschäft kann sich lohnen.

LEIPZIG. Baukräne ragen in den Himmel, es wird überall gebaut. In Polen gibt es derzeit Aufträge für deutsche Bauunternehmen, verspricht Lars Fiehler, Experte der Industrie- und Handelskammer Dresden. Seit der EU-Osterweiterung 2004 werden öffentliche und gewerbliche Bauten zum Teil massiv gefördert. Deutsche Baufirmen, sagt Fiehler, sind wegen ihres Know-Hows geschätzte Partner. Dank der Fußballweltmeisterschaft, die Polen 2012 gemeinsam mit der Ukraine ausrichtet, dürfte der Boom weiter anhalten. „Polnische Firmen sind allein nicht in der Lage, die ganzen Bauprojekte zu stemmen“, bestätigt Joanna Wielewski, Außenwirtschaftsberaterin der Handwerkskammer Frankfurt/Oder.

Die meisten deutschen Firmen siedeln sich in Ballungsräumen wie Warschau, Krakau oder Breslau an, oder in Gebieten nah der deutschen Grenze. So auch die Firma Depenbrock Bau aus Stemwede. Seit Mai 2004 hat das Unternehmen eine Niederlassung in Poznan. Als der EU-Beitritt des Landes anstand, wagte Geschäftsführer Karl-Heinrich Depenbrock mit 20 Mitarbeitern die Expansion.

Der Schritt ins Nachbarland ist nicht ohne Risiken: Andreas Rieß, Geschäftsführer der Dortmunder Ewedo GmbH, empfiehlt Baufirmen zuerst einmal ihre Chancen in Polen genau zu prüfen. Expansionswillige Firmen sollten nur dann einen Standort jenseits der Oder aufbauen, wenn sie besonders wettbewerbsfähige Produkte und Leistungen anzubieten haben: „Viele Produkte und Dienstleistungen werden bereits sehr kostengünstig angeboten.“ Experten warnen deutsche Baufirmen auch vor der örtlichen Bürokratie: Um ihre heimischen Betriebe zu schützen, versuchten polnische Behörden den Markt abzuschotten.

Zur Vorbereitung organisiert Rieß Marktsondierungsreisen nach Polen, auf denen die Teilnehmer polnische Partner treffen können. Eine solche Reise hat auch Bauunternehmer Depenbrock absolviert. Das Geschäft in Polen rechne sich, sagt er, aber er warnt vor zu großen Hoffnungen: „Das dicke Geld sitzt hier nicht. Die Löhne in der Baubranche steigen in Polen stark an.“ Wenn sich das Lohnniveau in wenigen Jahren an das deutsche angeglichen habe, seien Investitionen in der Ukraine, in Rumänien oder den baltischen Staaten interessanter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%