Bauhandwerk besonders betroffen
Pleitewelle erfasst das Handwerk

Sprunghaft gestiegen ist die Zahl der Insolvenzen im Handwerk an Rhein, Ruhr und Wupper. Um mehr als ein Drittel auf insgesamt 427 nahmen die Firmenpleiten im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Handwerkskammer Düsseldorf zu.

HB/ire DÜSSELDORF. Mit einem Anstieg der Konkurse von 35,6 % liegt das Handwerk im Regierungsbezirk Düsseldorf sogar leicht über dem allgemeinen Bundesdurchschnitt von plus 34,1 %.

„Immer mehr Kleinunternehmen geht die Puste aus. Neun Jahre konjunktureller Flaute und gestiegene Fixkosten können nicht länger durch Rationalisierungsmaßnahmen und per Selbstausbeutung der Inhaber aufgefangen werden“, sagte Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff. Das Handwerk fordere die Bundesregierung zur nahtlosen Fortsetzung und Intensivierung des eingeschlagenen Reformkurses auf, so Schulhoff. Ziel müsse die Kostenentlastung mittelständischer, inhabergeführter Unternehmen sein.

Besonders betroffen von der Pleitewelle sind das Bauhandwerk und die zulassungsfreien Handwerke. Ein Drittel der Insolvenzen entfällt allein auf das Bauhandwerk. In den zulassungsfreien Handwerken ist die Lage besonders dramatisch. In der Branchengruppe, die eine selbstständige Unternehmensführung ohne Meisterbrief zulässt, stieg die Anzahl der Pleiten gar um 80 %.

Im Vergleich mit der Insolvenzquote aller Wirtschaftszweige schneidet das Handwerk mit 1,7 % aber immer noch besser ab als der Rest der Wirtschaft (2,8 %). Kammer-Präsiden Schulhoff führt diese „Stabilitätsdividende“ auf die Unternehmerqualifikation dank Meisterausbildung zurück. Der Abbau von notwendigen Qualifikationen durch die jüngst novellierte Handwerksordnung könne die Bastion Handwerk aber auf Dauer ins Wanken bringen, so Schulhoff.

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