Bausektor lockt mit Projekten
Jordanien – Reiseziel und Logistikzentrum

Eine umsichtige Wirtschaftspolitik hat Jordaniens Rolle als Reiseziel und als Logistikzentrum gestärkt sowie Privatisierungsvorhaben wieder in Gang gebracht. Investitionsvorhaben in Jordanien entfallen im Wesentlichen auf vier Bereiche.

bfai KÖLN. Mit einem geschätzten Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 7,2% war 2005 ein weiteres Boomjahr für die jordanische Wirtschaft nach dem hervorragenden Ergebnis 2004 von 7,7%. Die Regierung setzt mit Erfolg auf für ein rohstoffarmes Land zukunftsträchtige Branchen wie Tourismus, Informationstechnologie und Gesundheitsdienstleistungen. Umfangreiche Finanz- und Entwicklungshilfe helfen bei der Modernisierung von Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen. Grundlegende Schwächen des Landes wie die Rohstoffknappheit und ein jährliches Bevölkerungswachstum von 2,6% bleiben bestehen.

Investitionsvorhaben in Jordanien entfallen im Wesentlichen auf vier Bereiche: Städtebauliche Projekte, Infrastrukturausbau, Fremdenverkehrseinrichtungen und gewerbliche Produktionsanlagen. Insbesondere in der ungebremst wachsenden Hauptstadt Amman entstehen mit finanzieller Hilfe aus den arabischen Golfstaaten mehrere Geschäftszentren wie das Al-Abdali-Areal oder die Bürotürme des "Jordan Gate". Mit dem Bau neuer Stadtteile wie dem im Januar 2006 angekündigten "New Amman" versucht die Verwaltung auf die rasant ansteigende Bevölkerungszahl zu reagieren. Das Freihandelsabkommen mit den USA und die Schaffung spezieller Exportzonen hat die Industrieansiedlung gefördert.

Mittlerweile trägt das produzierende Gewerbe ca. 19% zum BIP bei. Wichtigste Sparten sind die Textilindustrie, Pharmazeutika, Chemie und Kunststoffe. Neuerdings werden auch verstärkt elektrische Geräte wie Klimaanlagen und Kfz-Teile produziert. Nach dem Auslaufen des Multi-Faser-Abkommens hat sich die Zunahme der Textilexporte zwar gegenüber den Vorjahren verlangsamt, bisher ist aber kein Rückgang zu verzeichnen (2005: +4,1% gegenüber Vorjahr). Nach Aussagen aus der Branche ist bei den Bestellungen allerdings eine Tendenz zu kleineren Liefermengen sowie zunehmender Preisdruck auf die jordanischen Hersteller zu spüren.

Während die Zahl der erteilten Baugenehmigungen 2005 mit rd. 25.600 um 5% unter der des Vorjahres lag, nahm die betroffene Baufläche von 10,0 Mill. qm auf 12,2 Mill. qm zu. Etwa drei Viertel der neu genehmigten Fläche entfielen auf den Wohnungsbau. Die Zementproduktion konnte 2005 mit 4,0 Mill. t gegenüber 2004 (3,9 Mill. t) nur eine leichte Steigerung verzeichnen.

Aus den geschätzten 40 Mrd. t Vorkommen an Ölschiefer könnten rd. 28 Mrd. Barrel Öl gewonnen werden. Die hohen Kosten haben ausländische Investoren bisher von einem Engagement abgehalten. Vorgesehen ist nun die Schaffung eines mit einem Startkapital von 20 Mill. Jordan-Dinar ausgestatteten Unternehmens zur Ausbeutung der Reserven ab 2008. Zusätzliche Mittel sollen über die Börse aufgenommen werden.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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