Bausektor
Schweden öffnet sich für PPP-Modelle

Die Hochkonjunktur für Schwedens Bauindustrie setzt sich fort. Baufirmen, Planer und Bauzulieferer verzeichnen nach wie vor hohe Auftragseingänge und blicken sehr zuversichtlich auf die künftige Entwicklung. Neben dem Gebäudebau werden immense Mittel für die Verbesserung der Infrastruktur aufgewendet - künftig auch verstärkt über PPP-Modelle.

bfai STOCKHOLM. In Schweden sollen in den nächsten Jahren mehrere Infrastrukturbauprojekte im Rahmen sogenannter Public Private Partnerships (PPP) durchgeführt werden. Das PPP-Segment im größten skandinavischen Land gilt unter Fachleuten als vielversprechendes Wachstumsfeld. Aktuelles Beispiel für die guten Perspektiven ist ein von dem schwedischen Bankkonzern Handelsbanken geplanter Fonds für Infrastruktur-Investitionen.

In dem Infrastrukturfonds der zu den größten schwedischen Finanzdienstleistern zählenden Bankgesellschaft sollen vor allem Gelder von institutionellen Anlegern verwaltet und in den Bau von Verkehrswegen investiert werden, für die der schwedische Staat private Beteiligungen vorsieht. Neben institutionellen Anlegern rechnet Paul Jerdin, Projektleiter bei Handelsbanken, auch mit der Teilnahme von Bau- und Industriekonzernen.

Die Gründung des Fonds wird nach Angaben der Bank ab Herbst 2007 erwartet. Der Wert des Fonds steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau fest. Der designierte Fondsmanager, Petter Odhnoff, rechnet mit mehreren Milliarden Schwedische Kronen (skr, Durchschnittlicher Wechselkurs Juni 2007: 1 skr = circa 0,107 Euro). Die Fondsmittel sollen in allen nordischen Ländern in Infrastrukturprojekten wie im Straßen-, Brücken- oder Krankenhausbau zum Einsatz kommen, an denen sich private Anleger beteiligen können.

In Schweden wurden bislang kaum PPP-Projekte durchgeführt. Aufgrund der Verantwortung des Staates für die Bereitstellung der Infrastruktur, für die Sicherheit und die Versorgung der Bevölkerung gab es lange Zeit Vorbehalte gegenüber PPP-Modellen. Die im letzten Jahr gewählte bürgerliche Regierung ist indes offen für eine stärkere Beteiligung der Privatwirtschaft an der Finanzierung von Infrastrukturvorhaben. Sie vereinfachte die Bedingungen dafür und schob entsprechende PPP-Vorhaben an.

Insgesamt sind derzeit für zwölf Straßenbauprojekte PPP-Finanzierungen geplant. Das Investitionsvolumen dieser Vorhaben liegt nach Angaben der Straßenbaubehörde bei 23,2 Mrd. skr. Als erstes werden, nach gleicher Quelle, vermutlich die Abschnitte der Bundesstraße Rv 50, der Autobahnen E 22 und E 4 sowie der Regionalstraße Lv 259 als PPP-Projekte umgesetzt.

Auch für den Ausbau des Schienennetzes werden PPP-Modelle diskutiert. Insgesamt kommen nach Angaben der Eisenbahnbehörde für dreizehn Trassen private Beteiligungsmöglichkeiten in Frage.

Die Baumaßnahmen im Bereich Infrastruktur sind seit einigen Jahren auf einem hohen Niveau. Für 2007 wird mit einem Anstieg von bis zu 8% auf knapp 67 Mrd. skr gerechnet. Die Projektreserven betragen insgesamt circa 130 Mrd. skr - allein 85 Mrd. skr sind für Vorhaben mit einem Baubeginn bis 2010 vorgesehen. Neben dem Ausbau der Verkehrswegenetze (Straße und Schiene) stehen vor allem Energieprojekte an.

Des Weiteren sind in den kommenden Jahren verschiedene Hafenerweiterungsprojekte mit hohen Investitionen seitens der Betreibergesellschaften geplant. Die größten Vorhaben sind die Erweiterung des Göteborger Hafens und die Verlagerung des Stockholmer Industriehafens nach Nynäshamn samt der dort erforderlichen Baumaßnahmen. Kleinere Umbaumaßnahmen sind für die Hafenanlagen in Trelleborg und Norrköping geplant.

Zu regen Bauaktivitäten kommt es auch bei der Erweiterung und Modernisierung der Fremdenverkehrsinfrastruktur sowie beim Sportstättenbau. Die Kommunen wollen ihre Fremdenverkehrsangebote und Freizeitmöglichkeiten wie Sportboothäfen, Sportplätze, Parks oder andere Attraktionen ausbauen. In Schweden entstehen in den kommenden Jahren ferner eine ganze Reihe - teils privat finanzierter - moderner Sportarenen, Stadien sowie Hotel- und Ferienanlagen. Auch beim Ausbau der Wintersportgebiete werden künftig weitere Investitionen von privater Hand getätigt.

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