BDI-Herbstumfrage
Beim Mittelstand sitzt das Geld wieder lockerer

Die Stimmung in der mittelständischen Industrie hellt sich auf. Das wird sich auch in den Investitionen bemerkbar machen. Die Zahlen sehen vielversprechend aus.

HB BERLIN. Während im Frühjahr noch 67 Prozent der befragten Unternehmen die Rahmenbedingungen als schlecht oder sehr schlecht einschätzten, sank dieser Wert zuletzt auf 39 Prozent, ergab die Herbstumfrage des BDI bei knapp 1400 Industrieunternehmen. Danach wollen die Firmen 2006 deutlich mehr investieren, auch in die Erweiterung der Produktion. Auf solche Vorhaben entfallen 32,9 Prozent der Gesamtinvestitionen nach nur 29,8 Prozent in 2005. 80 Prozent der geplanten Investitionen wollen die Unternehmen am Standort Deutschland. tätigen.

Die optimistischere Sicht hat auch die Betriebe mit weniger als 500 Beschäftigten erfasst: Auf sie entfallen inzwischen 52 Prozent der geplanten Investitionen. Vor einem Jahr waren es erst 48 Prozent. Bei den Firmen mit bis zu 500 Beschäftigten sind 95 Prozent der Investitionen im Inland geplant, im Vergleich zu einer früheren Umfrage allerdings mit steigender Tendenz.

Höchste politische Priorität für die Manager haben der Umfrage zu Folge die Themen Bürokratieabbau, Senkung der Lohnnebenkosten wie auch die weitere Flexibilisierung des Arbeitsrechtes. Die anstehende Reform der Unternehmenssteuern müsse vor allem eine Vereinfachung bringen. An letzter Stelle der Wunschliste bei den BDI-Unternehmen steht die Fortsetzung der EU-Erweiterung.

Der Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschusses, Arndt G. Kirchhoff, sieht in den Umfrageergebnissen ein Signal, dass die Unternehmen bereit und in der Lage sind, wieder mehr zu investieren. Nun sei die Politik in der Pflicht, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen. Es komme auf die Umsetzung des Regierungsprogramms an. “Ein Rest von Skepsis“ gegenüber der Politik und der großen Koalition sei bei den Unternehmen geblieben, meinte Kirchhoff.

Zusätzlichen Schub erwartet Stefan Ortseifen, Sprecher des Vorstands der IKB Deutsche Industriebank AG, durch das typische Investitionsverhalten mittelständischer Unternehmen. Bei ihnen habe sich in den vergangenen Jahren vielfach ein „Investitionsstau“ aufgebaut, der vor der Auflösung stehe. Vieles spreche dafür, dass es 2006 und 2007 verstärkt zu „Sprunginvestitionen“ komme.

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