Bei der Finanzierungsfrage sind die Wachstumsprognosen entscheidend
Bei sprunghaften Erträgen kann Direktbeteiligung sinnvoll sein

Die Stärkung der Eigenkapitalbasis steht derzeit bei vielen Mittelständlern ganz oben auf der Agenda – meist mit dem Motiv, das Unternehmenswachstum auf eine solide Finanzierungsbasis zu stellen. Doch welcher Weg ist dazu der richtige?

DÜSSELDORF. Für etablierte, mittelständische Unternehmen mit einem stabilen, aber eher moderaten Wachstum spricht vieles für die Aufnahme von Mezzanine-Kapital. Dies gilt umso mehr, wenn sich die Firma in Familienbesitz befindet – und sich daran auch nichts ändern soll. Denn anders als beim Direktkapital erhält der Beteiligungsgeber hier keine vollwertige gesellschaftsrechtliche Position im Unternehmen, wohl aber vertraglich vereinbarte Informations- und Mitwirkungsrechte.

Mezzanine-Kapital ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Finanzierungsinstrumenten, die eine eigenkapitalähnliche Funktion übernehmen und damit eine Art Zwischenstufe zwischen Fremd- und Eigenkapital darstellen. Hierzu gehören stille Beteiligungen und Genussrechte, die in der Regel nach fünf bis acht Jahren zurückzuführen sind. Zwischenzeitlich muss der Beteiligungsnehmer laufende Zinszahlungen leisten, die sich meist aus einem Fixum und einer gewinnabhängigen Komponente zusammensetzen. Deshalb eignet sich die Aufnahme von Mezzanine-Kapital für Mittelständler, die bei eher verhaltenen Wachstumsstrategien in der Lage sind, über die gesamte Laufzeit einen stabilen Cashflow zur Bedienung der Zinszahlungen zu erwirtschaften.

Unternehmen mit eher sprunghaften Wachstums- und Ertragsperspektiven hingegen benötigen eine Eigenkapitalvariante, bei der sich die Bedienung des Kapitaldienstes in die Zukunft verlagern lässt. Genau hier liegt der Vorteil einer Direktbeteiligung, bei der keine laufenden Zins- oder Tilgungsleistungen anfallen. Das Unternehmen erfährt in zwischenzeitlichen Phasen unzureichender Ertragsentwicklung keine zusätzliche Belastung. Quasi im Gegenzug müssen dem Kapitalgeber, der mit dem Eingehen einer Minderheitsbeteiligung eine vollwertige gesellschaftsrechtliche Position im Unternehmen erhält, umfangreiche Mitsprache- und Mitwirkungsrechte eingeräumt werden.

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