Bereich Sachversicherung bereitet in Deutschland erhebliche Probleme
Industrielle Haftpflicht soll teurer werden

Die Rückversicherer drängen auf höhere Prämien in der industriellen Haftpflichtversicherung. „Wir rechnen in diesem Geschäft mit Preiserhöhungen, die im Einzelfall bei 50 % liegen“, sagte Gerda Chmielorz, Leiterin des Geschäftsbereichs Deutschland bei der Münchener Rück dem Handelsblatt in Baden-Baden. Auch der Deutschlandchef der Hannover Rück, Michael Pickel, erwartet Preiserhöhungen.

cd BADEN-BADEN. „Wichtiger ist aber eine Verbesserung der Vertragsbedingungen“. Bis Ende der Woche verhandeln in Baden-Baden mehr als tausend Rückversicherer, Erstversicherer und Makler ihre alljährlich neu abzuschließenden Rückversicherungsverträge.

Im industriellen Haftpflichtgeschäft übernehmen Rückversicherer Risiken wie Gesundheit, Umwelt oder Berufshaftpflicht. Da die möglichen Schadenforderungen für die Rückversicherer wegen gesellschaftlicher, sozialer und technischer Entwicklungen immer schwerer zu kalkulieren sind, müssen nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) immer mehr Rückversicherer ihre Reserven aufstocken. Dies könne zu weiteren Herabstufungen führen, sagte Mark Puccia, S&P-Spezialist für Finanzdienstleister. Als Beispiel nannte er die Münchener Rück, die ihrer Tochter American Re 1,4 Mrd. Dollar zuführen musste.

Auf die Branche rollen nach einer Schätzung des Versicherungsmaklers Marsh allein weitere Asbestschäden in dreistelliger Milliardenhöhe zu. Die Assekuranz reagiert: Aus Neuverträgen soll das Asbestrisiko ab dem kommendem Jahr ausgeschlossen werden, hieß es auf dem Treffen in Baden-Baden. Nun widmen sich die Versicherer mit Hochdruck den entsprechenden Altverträgen. Hier werde intensiv über Umstellungsbedingungen diskutiert, sagte Arno Junke, Vorstandsmitglied der Kölnischen Rück.

Drastischen Sanierungsbedarf sieht er ebenso wie andere Rückversicherungsmanager im gewerblichen Versicherungsgeschäft in Deutschland. „Hier müssen die Erstversicherer ihre Hausaufgaben machen“, sagt Frank Schaar, Vorstandschef der Converium Rückversicherung Deutschland AG. Anders als die Policen im Industrieversicherungsgeschäft laufen die Verträge mit den gewerblichen Kunden wie Autowerkstätten über mehrere Jahre. Deshalb erstreckt sich die Sanierung über einen längeren Zeitraum. „Das Thema sollte aber in drei Jahren über die Bühne gehen“, fordert Junke vor dem Hintergrund, dass die Aktionäre immer mehr Druck machen.

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