Berufskleidung
Der Chef seiner Geschwister, Schwäger und Cousinen

Jan Kuntze hat seinen Vater als Geschäftsführer des Familienunternehmens Kuntze & Burgheim abgelöst, das sämtliche Dienstleistungen rund um Berufskleidung anbietet. Der Unternehmer glaubt an den Nutzen jahrelang gewachsener Kundenbeziehungen. Wer aber aus der Familie in der Firma anfangen möchte, muss sich den Einstieg erst einmal verdienen.

HAMBURG. Das Unternehmen Kuntze & Burgheim Textilpflege ist alt eingesessenen Hannoveranern ein Begriff - auch solchen, die nichts mit Berufsbekleidung zu tun haben: "Das haben wir vor allem den schlechten Deutschkenntnissen eines britischen Offiziers im zweiten Weltkrieg zu verdanken", erzählt Geschäftsführer Jan Kuntze. Damals war ein britischer Offizier auf die kleine Wäscherei aufmerksam geworden und gab Kuntzes Großvater den Auftrag, sich um die Wäsche der Soldaten zu kümmern. "Wie viele Tonnen Kohle brauchen Sie dafür pro Woche?", fragte der Offizier. "7,5 Tonnen", hatte Kuntzes Großvater geantwortet.

Der Offizier verstand 75 Tonnen - ein Glücksfall. Denn so konnte die Wäscherei tagsüber für die Briten waschen und nachts für die Hannoveraner Bevölkerung. "Noch heute treffe ich Leute, die sich daran erinnern, wie sie als kleine Kinder Wäsche bei uns abgegeben haben", sagt Kuntze. Der Kontakt zu vielen seiner heutigen Stammkunden geht auf diese Zeit zurück.

Inzwischen ist aus der kleinen Wäscherei, die nachts illegal Wäsche wäscht, die Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH geworden. Das Unternehmen bietet sämtliche Dienstleistungen rund die Berufskleidung an. 160 Mitarbeiter bearbeiten rund 60 000 Kleidungsstücke in der Woche. Sie holen die Wäsche bei den Unternehmen ab und kontrollieren auch die Taschen, ob ein Mitarbeiter zum Beispiel einen Kugelschreiber vergessen hat. Damit jeder Mitarbeiter seine eigene Kleidung wiederbekommt, wird jedes Kleidungsstück vor dem Waschen gescannt.

So nimmt das eigentliche Waschen den geringsten Teil der Arbeit ein. Nur vier der 160 Mitarbeiter sind damit beschäftigt, denn moderne Waschanlangen arbeiten längst weitgehend automatisch. Ein Großteil der Mitarbeiter kümmert sich um Logistik und Transport. Denn das Einzugsgebiet ist stetig gewachsen, neben dem Firmensitz in Hannover unterhält das Unternehmen noch Niederlassungen in Berlin und in Hermsdorf bei Magdeburg. 5000 Kunden aus dem Einzugsgebiet Berlin, Sachsen-Anhalt und Brandenburg versorgt das Unternehmen insgesamt, kleine Drei-Mann-Betriebe ebenso wie Großkonzerne.

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