Beschaffungswesen
Vernetzter Einkauf spart Papier und Personal

Die durchschnittliche Bestandslückenrate im Supermarkt-Regal liegt europaweit bei sieben bis zehn Prozent. Häufige Ursache leerer Regale ist ein mangelhaftes Beschaffungswesen. Mittelständische Unternehmen profitieren im weltweiten Wettbewerb vom so genannten E-Procurement – die Transparenz soll Lieferantenbeziehungen verbessern.

BERLIN. Kleine Ursache, große Wirkung. Im Supermarkt-Regal klafft an vertrauter Stelle eine Lücke: der Lieblingskäse ist wieder nicht da. So greift der Kunde zu einem anderen – und bleibt künftig dabei. Laut einer Studie des Konsumforschungsinstituts ECR passiert das recht häufig. Denn die so genannte durchschnittliche Bestandslückenrate liegt europaweit bei sieben bis zehn Prozent. Die Folgen: 37 Prozent der erfolglos suchenden Kunden greifen zu einer anderen Marke. 21 Prozent wechseln das Geschäft. Und neun Prozent kaufen gar nichts. Allein das kostet den Handel laut ECR jährlich vier Mrd. Euro Umsatz.

Häufige Ursache leerer Regale: ein mangelhaftes Beschaffungswesen. Für Abhilfe soll die elektronische Beschaffung sorgen, das E-Procurement, bei dem Güter und Dienstleistungen per Internet eingekauft und verwaltet werden. Sei es in Online-Shops oder auf elektronischen Marktplätzen. „Beim E-Procurement geht es allerdings um weit mehr als Online-Bestellungen“, sagt Jürgen Schade, Mitglied der Geschäftsführung beim Kölner Dienstleister GS1 Germany GmbH, der sich auf die Beschleunigung unternehmensübergreifender Geschäftsabläufe in der Konsumgüterwirtschaft spezialisiert hat. Gefragt seien vielmehr Lösungen für die gesamte Lieferkette.

Bislang ist das noch eine Domäne großer Konzerne. Doch nun entdecken immer mehr Mittelständler das Werkzeug. Auch wenn nach Schades Beobachtung viele bisher erst Teillösungen einsetzen – etwa, indem sie ihre Produkte standardisiert beschreiben, so dass sie im Netz schneller aufzufinden sind –, können sie sich kaum dem Sog zur elektronischen Abwicklung entziehen. „Kleinere Firmen bekommen den steigenden Wettbewerbsdruck zu spüren“, sagt Schade. „Deshalb müssen sie den Einkauf optimieren und Kosten senken.“

Um was es dabei in der Praxis geht, mutet auf den ersten Blick zuweilen banal an: Die Fruitline Bremen GmbH etwa, eine Fünf-Mann-Firma, organisiert für den deutschen Fruchtgroßhändler Atlanta AG den Transport von Obst und Gemüse in die regionalen Verteilzentren. „Eine Mitarbeiterin war bis vor kurzem noch den ganzen Tag damit beschäftigt, eingehende Telefaxe zu sichten und daraus Aufträge zu generieren“, erinnert sich Inhaberin und Geschäftsführerin Margret Steegmann. In mühevoller Handarbeit wurden danach täglich 80 Lastwagen gesteuert. Bemerkenswert für einen Logistikdienstleister, doch in der Obst- und Gemüsebranche nicht unüblich.

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