Beschichtungen
Design-Möbelhersteller setzen verstärkt auf Lack

Folienfront oder Lackfront? Nur wer genau hinschaut bemerkt, was in der Küchenmöbelbranche üblich ist. Bei großen Stückzahlen kommen Folien zum Einsatz. Sie sehen nach sehr viel aus und sind dennoch kostengünstig. Vielfalt ist aber nur mit Lacken möglichen.

KÖLN. Wer eine Küche der Alno GmbH mit Sitz in Pfullendorf kauft, fragt nur selten nach der Beschichtung der Schrankfronten. „Der Endverbraucher erkennt auf den ersten Blick ohnehin nicht, ob er eine Folienfront oder eine Lackfront vor sich hat“, sagt Thomas Siber, Produktmanager beim größten deutschen Küchenhersteller.

Nur wer genau hinschaut bemerkt, was in der Küchenmöbelbranche üblich ist: „Der Anteil von folienbeschichteten Schrank- und Schubladentüren gegenüber Lackfronten ist am deutschen Küchenmarkt eklatant hoch“, weiß Siber. Denn Folienfronten aus Kunststoff sehen nach sehr viel aus und sind dennoch kostengünstig. Das ist aber nicht der einzige Vorteil von Folienbeschichtungen. In punkto Design sind sie den Lacken ebenfalls voraus: „Phantasiedekore und Holznachbildungen gibt es nur bei Folienfronten. Lackteile bleiben immer unifarben“, sagt der Alno-Produktmanager.

Das Erkennungszeichen von folienbeschichteten Fronten ist gleichzeitig auch ihr größter Nachteil: An der Hinterseite der Front entsteht eine scharfe Kante, die der Kunde spürt. Zudem gilt Lack als kratzfester und langlebiger. Für die Möbelhersteller kommen Lackbeschichtungen vor allem dann in Frage, wenn sie kleine Stückzahlen oder viele Farbvarianten eines Möbelstücks erzeugen wollen: „Da müsste man tonnenweise unterschiedliche Folien bereithalten. Lackfarben hingegen lassen sich relativ flexibel anmischen.“

Für Frank Reiter, Geschäftsführer beim Hersteller von Lackieranlagen Reiter GmbH & Co. KG, geht der Trend im Möbelbau ganz klar in Richtung Lackieren: „Heute möchte ja jeder Möbelbauer möglichst eine nach seinen Wünschen gemischte Farbe auf seinen Stücken. Diese Vielfalt ist nur mit Lacken möglich.“ Zudem gehe der Trend zu Designermöbeln in begrenzter Stückzahl. Und dafür ist das Lackieren die erste Wahl.

Eine Mischform aus Folie und Lack bietet die Bausch-Linnemann GmbH mit Stammsitz in Sassenberg an. Die rund 400 Mitarbeiter des Unternehmens stellen Folien her, indem sie Papier imprägnieren und lackieren. „Kastenmöbel, also Möbel mit einfachen geometrischen Formen, eignen sich besonders gut für unsere Folien“, sagt Geschäftsführer Dieter Baumanns. Die Papierfolien vereinen die Vorteile der zwei Veredelungsformen: „Man kann preisgünstig schöne Möbel herstellen und trotzdem die Beständigkeit von Lackbeschichtungen haben“, wirbt Baumanns. Denn um Kosten zu sparen wird die Lackschicht nicht auf die Finish-Folien gesprüht, sondern gerollt - dabei fällt weniger Ausschuss an.

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