Bessere Lieferchancen
Indien senkt Zoll auf Investitionsgüter und Rohstoffe

Der indische Finanzminister Palaniappan Chidambaran hat für das Finanzjahr 2007/08 den neuen Haushalt vorgelegt. Die beschlossenen Zollsenkungen auf Maschinen und Ausrüstungen dürften auch für deutsche Unternehmen die Lieferchancen verbessern.

bfai NEW DELHI. Veränderungen im Bereich Steuern und Zoll gibt es unter anderem bei den Einfuhrabgaben. Der maximale Basissatz ("Basic Customs Duty", BCD) für Nicht-Agrargüter sinkt von 12,5 auf 10,0%.

Weitere - insbesondere für deutsche Unternehmen interessante - Zollsenkungen betreffen die Abschaffung des BCD auf Bagger sowie die Senkung des BCD auf verschiedene Chemikalien und Kunststoffe von 12,5 auf 7,5%. Der Basiszoll auf Nahrungsmittelmaschinen sinkt von 7,5 auf 5% und der auf medizintechnische Geräte von 12,5 auf 7,5%. Für Ausrüstungen zur Stromübertragung und -verteilung gilt ab sofort ein BCD von 7,5 statt wie bisher 10%.

Die indische Zentralregierung hatte bereits vier Wochen vor Veröffentlichung des neuen Haushalts für 2007/2008 mit Verordnung (Notification) 6/2007 (Customs) mit Wirkung vom 22.1.07 die Zollsätze für bestimmte Investitionsgüter und Rohstoffe sowie für Maschinen und Ausrüstungen, die im Rahmen von Projekten eingeführt werden (project imports), gesenkt.

Mit der Notification 7/2007 (Customs) vom 22.1.07 wurde darüber hinaus die Liste der Projekte, für die die tariflichen Zollbegünstigungen des Zolltarifcodes 9801 gelten, um Infrastrukturprojekte wie Flughafenentwicklung sowie U-Bahnbau (Metro Rail Projects) erweitert. Begründet wurden die vorgezogenen Zollsenkungen mit der steigenden Inflationsgefahr in Indien.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sieht der Haushalt eine Reihe von steuerlichen Entlastungen vor. Dienstleistungsunternehmen mit einem Umsatz bis 800.000 iR sind künftig von der Erhebung der Service Tax befreit, bislang lag die Grenze bei 400.000 iR. Allerdings wird diese Steuer auf weitere Dienstleistungen, die in Branchen wie der Informations- und Kommunikationstechnik oder der Unternehmens- und Finanzberatung erbracht werden, anfallen. Die Zuschlagsteuer in Höhe von 10% ("surcharge tax") fällt künftig erst für Unternehmen mit einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 10 Mill. iR an.

Die ersten Reaktionen der indischen Wirtschaftsvertreter waren überwiegend positiv. Die größten Industrieverbände Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (Ficci) und Confederation of Indian Industry (CII) begrüßten insbesondere die Erhöhung der Ausgaben für Bildung und Infrastruktur. Damit werde das Umfeld für ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum geschaffen, in dem auch zweistellige Zuwachsraten möglich sind, so Ficci-Präsident Habil Khorakiwala.

Kritisiert wurde allerdings die Steuerpolitik, hier hatten sich die Wirtschaftsverbände größere Entlastungen für die Betriebe erhofft. Nach Auffassung Khorakiwalas dürfte die Steuerlast für die meisten Unternehmen eher zunehmen.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%