Bessere Rahmenbedingungen
Verbriefung wird einfacher

Kreditverbriefungen sind ein gutes Instrument, um an dringend benötigtes Geld für Investitionen zu kommen. Trotzdem nutzt bisher lediglich ein Prozent der deutschen Unternehmen diese so genannten Asset Backed Securities, wie eine Umfrage der Finanzberatung Eos zeigt. Doch die Hemmschwelle sinkt, denn die Anforderungen an den Umsatz der Firma und die Höhe der Forderungen sinken

DÜSSELDORF. Inzwischen können schon Unternehmen mit einem Monatsumsatz von fünf Millionen Euro den Markt für Verbriefungen nutzen. Die besseren Rahmenbedingungen zeigen sich bereits in der laufenden Statistik der KfW: Für das erste Halbjahr 2006 hat die KfW-Mittelstandsbank 23 Verbriefungsaktionen gezählt gegenüber 26 im gesamten Jahr 2005. „Neben traditionellen Finanzierungsalternativen zum Bankkredit stehen mittlerweile spezielle ABS-Programme zur Verfügung“, sagt Norbert Winkeljohann, Vorstand bei der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PWC) mit Verantwortung für den Geschäftsbereich „Neuer Mittelstand“.

Vorbei sind die Zeiten horrender Kreditzinsen, die leicht zweistellige Dimension erreichten. Die Verzinsungen von ABS-Papieren orientieren sich am Geldmarktsatz. Hinzu kommt ein Aufschlag, je nachdem, wie hoch das Risiko eingeschätzt wird, dass die verbrieften Forderungen uneinbringlich werden. Die KfW meldet für die sechste von sieben Risikoklassen einen Aufschlag von 225 Basispunkten (2,25 Prozentpunkte) auf den Euribor-Satz für drei Monate. Das entspricht einem Kreditzins von etwa sechs Prozent.

Asset Backed Securities (ABS) sind Wertpapiere, deren Wert sich aus Forderungen ergibt, die Unternehmen gegenüber Kunden haben. Dabei können die Anleger meist aus verschiedenen Tranchen mit unterschiedlichen Risiken und Zinssätzen wählen – die erste Klasse ist jeweils die mit dem niedrigsten Risiko. 1998 hat die Deutsche Bank eine erste kleine Gruppe Forderungen verschiedener mittelständischer Unternehmen in einem Wertpapier zusammengefasst, verbrieft und dann an Anleger verkauft. Seither entwickelt sich das Geschäftsfeld immer dynamischer. „Durch die Standardisierung der vertraglichen Dokumentationen und durch die Absicherung über spezielle Versicherungslösungen sind heute Forderungsankäufe schon ab einem regelmäßigen Forderungsvolumen von mehr als fünf Mill. Euro möglich“, sagt Experte Winkeljohann. „Auf diese Weise können mittelständische Unternehmen Finanzierungsmittel zu Kapitalmarktkonditionen aufnehmen“, setzt er hinzu.

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