Besseres Bankenrating
Ins Personal investiert

Mit einer effizienten Personalstrategie können Unternehmen ihr Rating und damit ihre Kreditkonditionen verbessern. Beispiel Wolf-Garten: 1990 wurde Deutschland auf Rasen des Familienunternehmens aus Betzdorf Fußball-Weltmeister. Über diese früheren Erfolge ist jedoch bereits Gras gewachsen – seit zwei Jahren wird Wolf saniert. Nun trägt die Restrukturierung erste Früchte.

FRANKFURT. Zur besseren Beurteilung der finanzierenden Banken trug eine neue Personalstrategie bei. Wolf-Garten wächst und gedeiht wieder, die Umsätze sprießen. Auch weil die Managementzentrale von ländlichen Betzdorf nach Köln verlagert wurde. Der neue Standort ist Teil der Personalstrategie. „Ländliche Gebiete sind für Führungskräfte einfach nicht attraktiv genug“, sagt Jürgen Hörmann, Chef (CEO) der Wolf-Garten Gruppe. Er hat einen radikalen Schnitt gemacht und Manager ausgetauscht. Mit der Verlagerung kommt das Unternehmen den neuen Führungskräften entgegen.

Das Unternehmen setzt auch auf die Erfahrung gestandener Manager über 50, vor allem im Vertrieb. An der Vergütung wurde nicht gespart. Die Investition hat sich ausgezahlt: „Wir haben den finanzierenden Banken das neue Management vorgestellt und die Qualifikationen der Führungskräfte offen dargelegt“, berichtet Hörmann. Die neue Personalstrategie war überzeugend: „Bei allen beteiligten Banken konnten wir unser Rating damit deutlich verbessern“, sagt der CEO. „Die Kreditlinien sind enorm vergünstigt.“

Dass Banken die Qualifikation der Beschäftigten von Unternehmenskunden bewerten, ist kein Einzelfall: „Die Personalstrategie hat sicher Auswirkungen auf das Rating“, bestätigt Johann Roth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Reichenau. Einmal pro Jahr besucht Roth die Führungskräfte seiner Unternehmenskunden im Betrieb. Um sich selbst von deren Kompetenz und Leistungsbereitschaft zu überzeugen, unterhält er sich mit ihnen an ihrem Arbeitsplatz. „Jeder, der im Unternehmen Verantwortung trägt, hat Verständnis dafür, dass sich die Bank informiert. Das gehört zum Standard“, sagt Roth. Dass es bei den Gesprächen um Rating geht, wissen die Führungskräfte allerdings nicht. „Je größer der Betrieb ist, desto wichtiger ist das Personal in der Führungsebene“, erläutert Sparkassenchef Roth.

Bewertet wird die Qualifikation in der ersten und zweiten Führungshierarchie. Bei der Restrukturierung eines Unternehmens werden personelle Veränderungen besonders gründlich unter die Lupe genommen. „Jede Verbesserung im Rating hat Auswirkungen auf die Kondition und kann die Kosten senken. Dazu trägt natürlich auch ein gutes Ergebnis in der Beurteilung der personellen Ebene bei“, so Roth. Realistisch ist seiner Einschätzung nach eine Verbesserung um zehn bis 15 Prozentpunkte im Rating.

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