Bestellungen auf Talfahrt
Maschinenbauer lassen sich nicht entmutigen

Der deutsche Maschinenbau bleibt guter Laune, auch wenn die Auftragsbücher längst nicht so rasant gefüllt werden wie im herausragenden Vorjahr. Immerhin: Der Tiefpunkt scheint erreicht, schon bald dürfte es wieder bergauf gehen.
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FrankfurtDer deutsche Maschinenbau leidet weiter unter der schwächelnden Weltkonjunktur und den eingetrübten Geschäftserwartungen in der Industrie. Im Februar gingen zum vierten Mal in Folge weniger Bestellungen bei den mittelständisch geprägten Betrieben ein als im Vorjahr, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Die Auftragseingänge lagen real um 16 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Die deutsche Schlüsselindustrie sieht dennoch positive Signale und begründet die kräftigen Minusraten mit einem extrem hohen Vorjahresniveau. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers sagte: „Der Eindruck, dass sich der Ordereingang auf dem erreichten Niveau stabilisiert, hat sich im Februar gefestigt.“ Die Auftragseingänge bewegten sich ungefähr auf dem Niveau des Monats Januar, in der Summe der Maschinenbausparten dauere diese Seitwärtsbewegung bereits seit August 2011 an.

Im Jahresvergleich sank das Inlandsgeschäft im Februar um 12 Prozent, das Auslandsgeschäft um 18 Prozent. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Dezember 2011 bis Februar 2012 ergibt sich insgesamt ein Minus von elf Prozent im Vorjahresvergleich. Dennoch sei die Stimmung im deutschen Maschinenbau weiterhin gut.

Der Branchenverband erwartet für das laufende Jahr eine Produktion auf Vorjahresniveau. Die Stagnation wird aber nur deshalb erreicht, weil es nach der Prognose in der zweiten Jahreshälfte wieder aufwärtsgeht. „Entscheidend für die weitere Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau ist natürlich die Stimmungslage bei den Kunden, also in der Industrie“, betonte Wiechers. Ihre aktuelle Lage beurteilten Industriebetriebe weiterhin sehr gut, bei den Erwartungen sei es 2011 aber steil bergab gegangen. Das kostete die Maschinenbauer Geschäft.

Derzeit zögen die Geschäftserwartungen wieder an. Nun müsse die Branche geduldig sein, bis sich dies in einigen Monaten auch bei den Auftragseingängen niederschlage. Es könne nochmals drei bis vier Monate dauern, bis es auch beim Umsatz, der Produktion und im Export wieder bergauf gehe, sagte Wiechers: „Wenn nichts Katastrophales geschieht, ist beim Auftragseingang eigentlich nur Luft nach oben.“ Die insgesamt gute Branchenstimmung wirkt sich nach wie vor positiv auf die Beschäftigung aus. Im vergangenen Jahr hatten die Betriebe einen Zuwachs von 35 000 auf 948 000 Mitarbeiter. Der positive Trend setzte sich zum Jahresbeginn fort: Ende Januar hatten die Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten 961 000 Mitarbeiter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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