Beteiligungen von bis zu sieben Millionen Euro gefragt: Mittelstandsfonds schließt Angebotslücke

Beteiligungen von bis zu sieben Millionen Euro gefragt
Mittelstandsfonds schließt Angebotslücke

Für wachstumsorientierte Unternehmen – in Nordrhein-Westfalen wie bundesweit – sind Eigenkapitalangebote im einstelligen Millionen-Euro-Bereich kaum vorhanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktanalyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die NRW-Bank hatte die Wirtschaftsforscher beauftragt, herauszufinden, in welchen Marktsegmenten, Branchen oder Entwicklungsphasen Defizite an Eigenkapitallösungen bestehen.

DÜSSELDORF. Den Grund für die Angebotslücke gerade bei den wachstumsorientierten Unternehmen sieht das ZEW in dem Umstand, dass mittelständische Beteiligungsgesellschaften stille Beteiligungen nur bis zu einer Höhe von maximal einer Mill. Euro anbieten. Private-Equity-Gesellschaften hingegen investieren tendenziell erst ab zehn Mill. Euro. Denn wegen der hohen Fixkosten und des Aufwands für Betreuung und Begleitung ist ihr Renditeziel von 20 bis 40 Prozent pro Jahr bei geringeren Volumina nur schwer zu erreichen. Und während mittelständische Unternehmen die Geschäftsentwicklung langfristig planen, möchten die Private-Equity-Investoren eher kurz- bis mittelfristig ihre Rendite über einen Ausstieg aus dem Investment realisieren. Hinzu kommt, dass eine enge operative Zusammenarbeit sowie die Abgabe substanzieller Anteilsquoten an den Investor für die sonst frei agierenden Unternehmen ohnehin gewöhnungsbedürftig sind.

Doch die niedrige Eigenkapitalquote deutscher Mittelständler rückt zunehmend ins Blickfeld der Finanzierung. Schließlich sichert eine gute Eigenkapitalausstattung nicht nur die Stabilität gegen konjunkturelle und zyklische Schwankungen, sondern senkt mittelfristig die Finanzierungskosten für das Unternehmen über ein verbessertes Rating. Zunehmend wird sie für weitere Finanzierungen schlicht vorausgesetzt. Die Innenfinanzierungskraft der Unternehmen reicht aber häufig nicht aus, die Eigenkapitalquote zu erhöhen. Folglich stehen die Mittelständler vor der ungewohnten und manchmal schwierigen Aufgabe, externes Beteiligungskapital einzuwerben.

Umso bedeutsamer ist vor diesem Hintergrund ein breites Angebot an innovativen Finanzierungsalternativen, um den Bedarf an Eigenkapital zu decken. Als eine derartige Möglichkeit zur Eigenkapitalbeschaffung legte die NRW-Bank im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen Ende 2004 einen Mittelstandsfonds auf, der die bestehenden Marktdefizite glätten soll.

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