Beteiligungsfinanzierer
Übereilter Börsengang endet oft in der Sackgasse

Auch mit dem „Entry Standard“ bleibt die Gefahr für mittelständische Unternehmen, dass sie als Leichtgewicht ein Schattendasein auf dem Kurszettel fristen.

pk HB FRANKFURT Wenn eine Firma zwar knapp den Börsengang schaffe, dann aber mangels eines liquiden Handels keine zweite Kapitalerhöhung durchführen könne, stecke der Unternehmer in einer Sackgasse, meint Robert Stein, Mittelstandsexperte bei der deutschen Tochter der britischen Beteiligungsgesellschaft 3i. Eine echte Alternative sei es, zunächst mit Hilfe eines Private-Equity-Investors zu expandieren. Dies erfolge in der Regel mit einer Minderheitsbeteiligung über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren. Nach dieser Zwischenlösung mit dem Finanzinvestor bringe das Unternehmen mehr Umsatz auf die Waage, der langfristige Erfolg an der Börse werde wahrscheinlicher.

Als Beispiel nennt Stein die Beteiligung an der Einzelhandelskette „Das Depot“ – einem Unternehmen für Wohnaccessoires. Hier habe 3i ein typisches Wachstumsthema mit einer Nachfolgeregelung gelöst. „Um das Wachstum zu finanzieren, wollten die Banken auch Eigenkapital sehen, das wir bereitgestellt haben.“

Allerdings müssen sich die Unternehmer auf die hohen Renditeforderungen der Investoren von rund 20 Prozent auf das eingesetzte Eigenkapital einstellen, erläutert Lutz Weiler, Vorstand der Investmentbank Equinet AG. Demgegenüber biete eine Börsennotierung eine Reihe von Vorteilen. Mit der Handelsaufnahme habe das Unternehmen zahlreiche Anteilseigner und nicht nur einen dominanten Kapitalgeber, sagt Weiler. Ohne umfassende Mitspracherechte stiegen Finanzinvestoren erst gar nicht ein, meint ein Branchenexperte. Außerdem konzentrieren sich die meisten Private-Equity-Häuser auf relativ große Unternehmen mit mindestens 50 Mill. Euro Umsatz.

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