Beteiligungsgesellschaften
3i sieht gute Investitionsmöglichkeiten

Die Finanzmarktkrise hat für die Finanzierung mittelständischer Unternehmen durch Beteiligungsgesellschaften geringere Auswirkungen als erwartet. Schenkt man Stephan Krümmer, Deutschland-Chef der Beteiligungsgesellschaft 3i, Glauben, würden die Chancen mit der Krise an den Finanzmärkten sogar noch steigen.

FRANKFURT. „Es ist etwas anderes, ein gesundes mittelständisches Unternehmen zu finanzieren als eine große Übernahme-Transaktion“, sagte der Deutschland-Chef der Beteiligungsgesellschaft 3i, Stephan Krümmer, dem Handelsblatt. Im mittelständischen Bereich gebe es „erstaunlich viel Aktivitäten“. Allerdings gehe er davon aus, dass eine Reihe der Übernahmetransaktionen, die derzeit auf den Markt kämen, nicht abgeschlossen würden, weil sich die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern auseinander entwickelten.

Einen Zuwachs erwartet Krümmer in den kommenden Jahren bei der Wachstumsfinanzierung mittelständischer Unternehmen. Hier übernehmen Beteiligungsgesellschaften einen Minderheitsanteil am Eigenkapital des Unternehmens, um etwa Investitionen in neue Produktionsstätten oder den Vorstoß in neue Märkte zu finanzieren. 3i steigt bei Minderheitsbeteiligungen ab 30 Mill. Euro ein. Die Unternehmen müssen folglich mehrere hundert Mill. Euro Umsatz machen. In der Regel strebt 3i eine 25-Prozent-Beteiligung an, die vier bis sieben Jahre gehalten wird.

Noch ist der Markt für solche Minderheitsfinanzierungen in Deutschland jedoch noch relativ klein, denn die meisten Unternehmen greifen bei Wachstumsfinanzierungen auf Kredite zurück. Doch Krümmer erwartet, dass das Volumen solcher Minderheitsfinanzierungen in Deutschland wachsen wird. Bisher hat 3i etwa in Deutschland rund zwei dieser Finanzierungen im Jahr gemacht, die letzte war eine Beteiligung am Verkaufssender 1-2-3 TV. „Ich glaube, dass man im Jahr ein paar hundert Millionen Euro investieren kann“, so der Manager.

Mit der Krise an den Finanzmärkten würden die Chancen steigen. „Wir sehen vor dem Hintergrund einer restriktiveren Fremdkapitalfinanzierung die Möglichkeit, mehr Beteiligungen einzugehen.“ Beteiligungsgesellschaften der Sparkassen-Finanzgruppe und der Volks- und Raiffeisenbanken finanzieren solche Wachstumsprojekte bisher ebenso wie auf den Mittelstand fokussierte Private- Equity-Geber wie die Hannover Finanzgruppe. Die Commerzbank plant für diesen Zweck, einen Fonds aufzulegen.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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