Beteiligungsgesellschaften
Retter der ganz Kleinen

Einen Finanzinvestor in den Betrieb zu lassen, ist eine Möglichkeit, vor der Mittelständler selbst in Krisenzeiten zurückschrecken. Sie fürchten das Ausplündern und die Zerschlagung ihrer Unternehmen. Zunehmend beteiligen sich aber auch kleinere Beteiligungsgesellschaften an Mittelstandsfirmen mit Problemen.

JESTEBURG. Als aktuelles Beispiel nährt Hugo Boss das böse Image der Finanzinvestoren. Die Nobelmarke wird seit Juli 2007 zu 88 Prozent von der britischen Beteiligungsgesellschaft Permira kontrolliert. Die neuen Eigentümer machen derzeit von sich reden, weil sie sich eine Sonderausschüttung von rund 450 Mill. Euro genehmigten.

Eine solche Zukunft wollte Delmod nicht. Das Traditionsunternehmen für hochwertige Damenoberbekleidung aus Delmenhost, das gegen eine verstaubte Marke und Stagnation kämpfte, suchte im vergangenen Jahr einen finanzstarken Investor. Doch der sollte auch operativ eine aussichtsreiche Perspektive bieten. „Es ging bei den Verhandlungen im Rahmen der Nachfolgeregelung nicht in erster Linie darum, wer das beste Angebot macht und den Altgesellschaftern das meiste Geld zahlt“, erinnert sich Michael Starke, damals und heute Geschäftsführer von Delmod. Inhaltliche Impulse hätten im Vordergrund gestanden.

Den Zuschlag bekam die kleine Beteiligungsgesellschaft Companion for Companies (CFC) aus Dortmund im Dezember 2007. Seitdem gehört das Textilunternehmen mit seinen 200 Beschäftigten und rund 57 Mill. Euro Umsatz zu knapp 85 Prozent zum Portfolio der CFC-Industriebeteiligungen und zu gut 15 Prozent Geschäftsführer Starke. CFC mit erst fünf Beteiligungen ist ein Beispiel für eine wachsende Zahl kleinerer Beteiligungsgesellschaften, die sich an Mittelstandsfirmen mit Problemen beteiligen. Dass auch CFC Geld damit verdient, ein Unternehmen wieder flott zu machen und es gewinnbringend zu verkaufen, sei allen Beteiligten – auch den Beschäftigten – klar, sagt Starke. „So ist das eben. Die haben uns keine falschen Versprechungen gemacht.“

Delmod habe sich für CFC wegen deren Ziele und Erfahrungen entschieden. Ihm habe gefallen, wie der Kapitalgeber den Topf- und Pfannenhersteller Berndes saniert habe, sagt Starke. Wenn auch aus einer anderen Branche, seien bei den Firmen Parallelen erkennbar: Konsumgüterhersteller mit ähnlichen Vertriebsproblemen.

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