Beteiligungskapital für mittelgroße Firmen
Finanzinvestoren im Mittelstand auf dem Vormarsch

Die Private-Equity-Häuser sehen in Deutschland großes Potenzial bei mittelständischen Unternehmen. Abseits der schlagzeilenträchtigen Mega-Deals – wie etwa dem milliardenschweren Einstieg von Blackstone bei der Deutschen Telekom, rechnen sich Experten große Chancen für den Beteiligungsmarkt aus.
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FRANKFURT. „Das mittelgroße Marktsegment ist ein sehr interessanter Bereich, in dem es sich zu fischen lohnt“, sagte Peter Schwanitz, Managing Director der VCM Capital Management GmbH, am Mittwochabend auf einer Veranstaltung in Frankfurt. Das Angebot an mittelständischen Unternehmen, die zum Verkauf stehen, nehme tendenziell zu. Vor allem wegen der „Basel II“-Vorschriften für die Banken würden von den Unternehmern vermehrt Alternativen zum klasssischen Kredit gesucht, ergänzte Schwanitz.

Basel II ist das Stichwort für die neuen Eigenkapitalregeln bei der Kreditvergabe, die das Ausfallrisiko besser als früher abbilden sollen. Außerdem werde die Nachfolgeproblematik in vielen Familienunternehmen für einen stetigen „deal flow“, also ein stetiges Angebot, sorgen. „Wir bekommen sehr viele Anfragen von Mittelständlern auf den Tisch, die neue Partner suchen“, sagt Hans Moock, Geschäftsführer bei der Beteiligungsgesellschaft Equita, die zum Einflussbereich der Harald-Quandt-Holding gehört.

Private Equity ist der Oberbegriff für außerbörsliches Beteiligungskapital. Dabei sammeln Fonds bei institutionellen Anlegern – darunter befinden sich Pensionskassen, Stiftungen und Versicherungen – ihre Gelder ein. Mit dem Eigenkapital gehen die Private-Equity-Fonds dann Minder- und Mehrheitsbeteiligungen ein. Dabei übernehmen sie Konzernteile oder ganze Mittelständler. Der Markt hat in den vergangenen Jahrzehnten ein stürmisches Wachstum verzeichnet. Laut einer Studie der schweizerischen Beratungsgesellschaft SCM Strategic Capital Management, die sich auf die alternative Anlagen abseits der Aktien- und Rentenmärkte spezialisiert hat, wurden 2005 rund 229 Mrd. Dollar für Private-Equity-Fonds eingesammelt, dies ist der höchste Wert seit dem Jahr 2000.

Ein Grund für die zunehmende Bedeutung mittelgroßer Deals seien die mittlerweile hohen Preise für große Konzernteile. Bei den Mega-Transaktionen sorgen günstige Fremdfinanzierungen der Banken für hohe Unternehmensbewertungen. Nach Ansicht von Experten nimmt die Anzahl waghalsiger Firmenkäufe zu, weil sich der Anlagedruck der Fonds durch die hohen Mittelzuflüsse verschärft habe. Dies sei im Segment der mittelgroßen Firmen noch nicht der Fall, sagte VCM-Manager Schwanitz.

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