Beteiligungskapital
Weitere Fondspläne für innovative Firmen

Die Bundesregierung hat über den geplanten Dachfonds hinaus noch weitere Pläne Fonds aufzulegen, aus deren Töpfen junge innovative Unternehmen Risikokapital erhalten sollen. Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke sagte am Montag in Berlin, neben dem neuen Dachfonds für Beteiligungskapital in Höhe von 500 Millionen Euro arbeite das Ministerium an zwei weiteren Fonds, mit denen Jungunternehmen bei ihrer Finanzierung geholfen werden soll. Das Volumen dieser Fonds werde aber erheblich geringer ausfallen.

HB BERLIN. Der geplante Dachfonds, der zusammen mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) aufgelegt werden und sich an Einzelfonds mit durchschnittlich 30 % beteiligen soll, sei ein ganz zentraler Beitrag zur Förderung von Innovationen. Thomas Püttner vom Bundesverband Deutscher Kapitalgesellschaften (BVK) sagte: „Ich glaube, dass der Zeitpunkt dafür sehr gut gewählt ist“. Die Initiative könne eine Signalwirkung für an private Kapitalgeber auslösen.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, zusammen mit dem EIF einen Dachfonds aufzulegen, über den mit Hilfe von privaten Investoren innerhalb von fünf Jahren 1,7 Mrd. € für junge innovative Unternehmen mobilisiert werden sollen. Damit soll etwa Unternehmen in den Bereichen der Informations-, Kommunikations- und Biotechnologie in der Früh- und Wachstumsphase Kapital bereitgestellt werden, Von der rechtlichen Seite her könne man in einem Monat aktiv werden, sagte Wolfgang Roth, Vizepräsident der am EIF mehrheitlich beteiligten Europäischen Investitionsbank (EIB).

„Wir legen heute einen Fonds auf, der insgesamt ein Volumen haben wird in der Finanzierung und ein Volumen bewegen wird von 1,7 Mrd. € in fünf Jahren“, kündigte Tacke. Der Fonds mit einem Kapital von 500 Mill. € werde sich im Durchschnitt zu 30 % an anderen Venture-Capital-Fonds beteiligen. Der Fonds komme in der Frühphase der erwarteten konjunkturellen Belebung sicherlich zum richtigen Zeitpunkt. Die Regierung rechne damit, dass sich auch die Zahl der Jungfirmen, die wieder an die Börse gingen, beleben wird. Auch das Geschäft mit Risikokapital, das nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes drastisch eingebrochen war, sollte wieder wachsen. „Dies ist ein Fonds, der ergänzt werden soll durch zwei weitere Initiativen“, sagte Tacke. Gearbeitet werde an einem neuen Startfonds für Unternehmen die der ersten Marktphase und einem Gründungsfonds. Ein Volumen für die beiden Fonds wollte er noch nicht nennen. Die Fondspläne der Bundesregierung sollten jedenfalls auch ein Signal für eine neue Expansionsphase am Risikokapitalmarkt geben.

Püttner unterstrich, Deutschland habe bei der Bereitstellung von Risikokapital gegenüber anderen Ländern Nachholbedarf, der sich auch auf Forschung und Entwicklung auswirke. Während sich in den USA in der Hochphase des Jahres 2000 bis 40 % des Forschungs- und Entwicklungsaufwands im Bereich innovativer, mit Venture-Capital geförderter Firmen abgespielt habe, seien es in Deutschland nicht einmal zehn Prozent gewesen.

Die Bundesregierung stellt aus dem so genannten ERP-Sondervermögen 250 Mill. € für den Dachfonds zur Verfügung. Weitere 250 Mill. € kommen vom EIF, an dem die EIB zu 60 % beteiligt ist. 30 % des EIF hat die EU-Kommission gezeichnet, der Rest liegt bei Banken.

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