Betriebe fordern Reformen auf dem Arbeitsmarkt
Jedes dritte Unternehmen plant Stellenabbau

Eine Entlastung am Arbeitsmarkt ist einer Studie des Münchner Ifo-Instituts zufolge auch im kommenden Jahr nicht in Sicht.

HB BERLIN. Jedes dritte Unternehmen plane 2005 einen weiteren Stellenabbau, meldete das Magazin „Wirtschaftswoche“ am Dienstag vorab aus der in seinem Auftrag erstellten Studie. 15 Prozent der vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung befragten Firmen wollten das Personal aufstocken. Die „Bild“-Zeitung berichtete, im kommenden Jahr sei mit dem Verlust von 130 000 Stellen zu rechnen. Allein 100 000 Arbeitsplätze würden im Handwerk verloren gehen. Der neue Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, forderte eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche.

Besonders düster seien die Aussichten am Bau, wo 56 Prozent der Unternehmen Stellen abbauen wolle, berichtete die „Wirtschaftswoche“ unter Bezug auf die Ifo-Umfrage. In der Industrie liege der Anteil bei 37 Prozent. Deutlich besser sehe es im Dienstleistungssektor aus: Hier wollten knapp 32 Prozent der Unternehmen ihr Personal aufstocken. Etwa 18 Prozent der Dienstleistungsfirmen planten dagegen Entlassungen. Angesichts der Beschäftigungsmisere forderten die befragten Betriebe vorrangig weitere Reformen auf dem Arbeitsmarkt.

Angesichts der Beschäftigungsmisere betrachteten die befragten Betriebe die Liberalisierung des Arbeitsmarktes als vordringlichste Reformaufgabe der Bundesregierung. An zweiter und dritter Stelle würden sie die Vereinfachung des Steuersystems und den Abbau der staatlichen Bürokratie nennen. Trotz dieser Kritik planten nur 1,1 Prozent eine komplette Verlagerung des Unternehmens ins Ausland. 17 Prozent wollten Teile der Produktion beziehungsweise der Dienstleistungen ins Ausland verlagern, während 81,8 Prozent keine derartigen Pläne haben.

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