Betriebliche Altersversorgung
Direktzusage: Altersversorgung für Spitzenkräfte

Direktzusagen eignen sich als betriebliche Altersversorgung (BAV) für Führungskräfte, da die Fördersummen unbegrenzt sind. Was hier durch das neue Bilanzmodernisierungsgesetz hinsichtlich der Rückstellungen in der Bilanz auf Unternehmer zukommt, ist nach Expertenmeinung umstritten.

KÖLN HB. Sinkende Renten und steigende Beiträge: Immer weniger Arbeitnehmer wollen sich alleine auf die staatliche Rente verlassen und zahlen neben privaten Renten- und Lebensversicherungen auch in die betriebliche Altersversorgung ein. Diese muss der Unternehmer seinen Mitarbeitern seit 2002 laut Gesetz sogar zwingend anbieten.

Dabei kann der Arbeitgeber zwischen fünf verschiedenen Vorsorgemodellen wählen, die sich in der Form und Höhe der Finanzierung, Verwaltung und den anfallenden Kosten für das Unternehmen unterscheiden. So können Mitarbeiter in die weit verbreiteten Direktversicherungen und Pensionskassen Beiträge bis zu einer vorgegebenen Höhe steuer- und sozialabgabefrei einzahlen, auch bei den neueren risikoreicheren Pensionsfonds gibt es eine solche Deckelung. "Können und wollen Beschäftigte einen größeren Teil des Gehalts für eine Betriebsrente ansparen, eignen sich hingegen die Durchführungswege Unterstützungskasse und Direktzusage", sagt Ingo Nitsche, Experte für betriebliche Altersversorgung bei der Gothaer Versicherung.

Bei letzterem Vorsorgemodell verpflichtet sich der Unternehmer, dem Mitarbeiter nach Ende seiner Tätigkeit für die Firma aus der eigenen Kasse die Rente zu bezahlen. Um dies zu finanzieren, muss er mit dem einbehaltenen Gehalt in der Bilanz Rückstellungen bilden. "Den steuerlichen Liquiditätsvorteil kann der Unternehmer nach eigenem Ermessen einsetzen, zum Beispiel indem er in Maschinen investiert oder Aktienpakete kauft", sagt Siegfried Hischke, Leiter Produktmanagement Firmen bei HDI Gerling.

Dies ist jedoch nicht ohne Risiko. Damit die Angestellten im Ernstfall nicht leer ausgehen, ist die Firma laut Gesetz bei Direktzusagen - wie auch beim Einzahlen in Unterstützungskassen und Pensionsfonds - verpflichtet, Beiträge an den Pensionssicherungsverein (PSV) abzuführen. Dieser behält einen Teil der Beiträge ein, um die Renten abzusichern. Auf diese Weise ist eine Direktzusage mit Zusatzkosten verbunden, die es als Unternehmer im Vorhinein zu berücksichtigen gilt, ebenso wie das höhere Risiko der Direktzusage.

"Will das Unternehmen bei der Finanzierung der Versorgungszusage jedoch auf Nummer sicher gehen und nachhaltige Liquiditätsrisiken eliminieren, sollte es mit einem BAV-erfahrenen Versicherer Rückdeckungsverträge abschließen", rät HDI-Experte Hischke. Hinter Rückdeckungsverträgen verbergen sich Lebensversicherungen für die Mitarbeiter. Im Vergleich zu einer rein betriebsinternen Lösung ohne zusätzliche Rückdeckung kann der Unternehmer hier aber nicht mehr allein über den Einsatz des eingezahlten Kapitals verfügen, viele Unternehmer nehmen dies aber gerne zugunsten der Sicherheit in Kauf.

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