Betriebliche Altersvorsorge
Pensionskassen: Vorsorge nach Maß

Pensionskassen und Pensionsfonds gelten als weit verbreitete Wege der betrieblichen Altersvorsorge und sind in vielen Tarifverträgen verankert. Selbstständige Versorgungseinrichtungen garantieren für die Altersbezüge, der Arbeitgeber hat minimalen administrativen Aufwand.

KÖLN HB. Heribert Karch kann zufrieden sein. Der Geschäftsführer der MetallRente, Deutschlands größtem industriellen Versorgungswerk, blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück. Mehr als 2 200 neue Unternehmenskunden, so viele wie nie zuvor, organisierten ihre betriebliche Altersvorsorge über die MetallRente. Das Versorgungswerk erzielte mit 20 Prozent Wachstum bei den abgeschlossenen Verträgen sein zweitbestes Ergebnis seit Bestehen.

Für Bernd Katzenstein, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), sind diese Zahlen angesichts der Finanzkrise überraschend. "Die Arbeitnehmer sind derzeit sehr defensiv, nicht nur bei der betrieblichen Altersvorsorge", sagt Katzenstein. Zwar hat sich der Anteil der privaten und vor allem betrieblichen Altersvorsorge gegenüber der gesetzlichen Rente nach Katzenstein in den letzten Jahren erhöht, und der Trend hält an. "Die Höhe der Beiträge geht derzeit aber offenbar zurück", sagt der BAV-Experte. Dies lässt sich auch bei MetallRente beobachten, wo die Versicherten zuletzt im Durchschnitt knapp 1 200 Euro pro Jahr einzahlten - weniger als in den vorangegangenen Jahren.

Die steigenden Vertragszahlen bei MetallRente zeigen aber, dass die Altersvorsorge über Pensionskassen und Pensionsfonds für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber attraktiv ist, nicht nur in Branchen, in denen ein Tarifvertrag eine solche Alterssicherung zwingend vorsieht. Dabei sind die beiden Durchführungswege in ihrer Konstruktion recht ähnlich. In beiden Fällen fließen die Vorsorgebeiträge auf das Konto einer selbständigen Versorgungseinrichtung, die das Geld verwaltet und im Bedarfsfall auszahlt.

Hierin liegt auch der größte Unterschied zur Direktversicherung, da in diesem Fall kein direkter Rentensparvertrag zwischen Angestelltem und Versicherung zustande kommt. "Der Arbeitnehmer hat bei diesen Durchführungswegen gegenüber dem Pensionsfonds und der Pensionskasse einen eigenen Rechtsanspruch auf die Versorgungsleistung", sagt Rüdiger Bach, Bereichsvorstand betriebliche Altersversorgung bei der R+V Versicherung. "Damit ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber eine sehr hohe Sicherheit gegeben." Weiteres Argument ist wie bei der Direktversicherung die staatliche Förderung.

So sind zum einen die Beiträge des Arbeitgebers bis zu einer Höhe von vier Prozent pro Jahr sozialabgabefrei, abhängig von der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung, die sich am Gehalt orientiert. Wer als Unternehmer Gehalt in Vorsorgeleistungen umwandelt, spart so erhebliche Lohnnebenkosten. Die einzahlenden Arbeitnehmer sind zusätzlich bis zum derzeitigen Höchstbetrag von 4 392 Euro auch von den Steuern befreit. Wer seinen Arbeitnehmern jedoch zusätzliche steuerfreie Beiträge ermöglichen will, sollte einer Unterstützungskasse beitreten oder eine Direktzusage machen.

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