Betrug
Zweieinhalb Jahre Haft für Ricö-Chef

Das Landgericht Göttingen befand den 45-Jährigen in sechs Fällen des geweblichen Betrugs für schuldig. Der Spediteur hatte gebrauchte Lastwagen manipuliert und als Neufahrzeuge an Leasingfirmen verkauft. Damit sollte seine klamme Firma Geld bekommen.
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HB/GÖTTINGEN. Im Prozess um Betrügereien bei der insolventen Großspedition Ricö hat das Landgericht Göttingen den Ex-Geschäftsführer zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 45- Jährige muss wegen gewerbsmäßigen Betruges in sechs Fällen für zweieinhalb Jahre hinter Gitter. Er hatte gestanden, wiederholt geleaste Lkw-Auflieger verkauft zu haben, um Geld in die leere Firmenkasse zu bekommen.

Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist rechtskräftig. Der Haftbefehl gegen den 45-jährigen Speditionschef, der das Unternehmen Anfang der 90er- Jahre gegründet hatte, wurde aufgehoben. Er hatte seit März in Untersuchungshaft gesessen. Das Verfahren gegen drei Mitangeklagte war in der vergangenen Woche gegen Geldauflagen eingestellt worden.

"Die Masche des Angeklagten war immer dieselbe", so das Gericht. Er mietete Lkw-Auflieger, zahlte einige Raten, verkaufte die Fahrzeuge, obwohl sie ihm nicht gehörten und leaste sie zurück. Dies alles habe er getan, um Geld in die Kasse seiner "finanziell klammen Firma" zu bekommen.

Das Gericht wertete es als mildernd, dass der Angeklagte durch sein Geständnis der Kammer eine weitere langwierige Beweisaufnahme erspart habe. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dem 45-Jährigen Betrügereien in Millionenhöhe vorgeworfen. Im Urteil bezifferte das Gericht den Schaden "nur" noch auf rund 400 000 Euro.

Ricö hatte im März 2008 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen aus Osterode ließ damals mehrere Tausend Lkw für sich fahren. Insgesamt hatte die Gruppe rund 3 000 Mitarbeiter.

Kommentare zu " Betrug: Zweieinhalb Jahre Haft für Ricö-Chef"

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  • herzlichen Glueckwunsch,
    in der bRD kosten Ermittler und Richter 0-Geld ledig-
    lich die Profilneurose ist "Locklinie" also mal eben
    500 Mio. verbrannt, (hier), ab damit nach FL/CH und
    dann ist Weihnachtsfrieden, saemtliche Hintermaenner
    und Gehilfen, die erheblich, ca. 70% am Gewinn teil-
    genommen haben stehen weiterhin im Dunkel und zahlen
    dem Genossen Preuss eine hohe Schweigepraemie !!
    einfach wunderbar, mal eben ds. No. zu geniessen,die
    Justiz ist voellig wertlos und letzter Tatgenosse in
    der Mannschaft.

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