
FRANKFURT. Am größten im westeuropäischen Vergleich war der prozentuale Insolvenzanstieg der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zufolge in Luxemburg mit 31,5 Prozent auf 918 Verfahren. Auch in Italien, der Schweiz und Portugal brachen mehr Firmen zusammen als noch ein Jahr zuvor. Dagegen sank die Zahl der Insolvenzen in Finnland um 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in Großbritannien und Norwegen nahm die Zahl der Insolvenzen zweistellig ab.
In Deutschland standen 32 100 Unternehmen vor dem insolvenzbedingten Aus - das waren 2,5 Prozent weniger als 2009. Damit zähle die Bundesrepublik aber neben Frankreich und Großbritannien zu den drei europäischen Staaten mit der höchsten absoluten Zahl an Firmenpleiten, gab Creditreform bekannt. Insgesamt wirke sich der Wirtschaftsaufschwung zwar "zunehmend positiv auf das europäische Insolvenzgeschehen" aus, merklich zurückgegangen sei die Zahl der Insolvenzen dennoch nicht.
Entgegengesetzt hat sich die Zahl der Privatkonkurse entwickelt: Sie stieg im vergangenen Jahr in Westeuropa um knapp 385 000 zahlungsunfähige Personen an, das waren über fünf Prozent mehr als 2009. In Schweden und den Niederlanden stieg die Zahl der Privatinsolvenzen sogar zweistellig. In Deutschland wurden knapp 140 000 Fälle registriert und damit 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.