Bilanzskandal: Verdacht gegen Hess-Vorstände bestätigt

Bilanzskandal
Verdacht gegen Hess-Vorstände bestätigt

Zwei Manager des Leuchtenherstellers Hess sollen die Bilanzen gefälscht haben. Der Mittelständler hat sie im Januar fristlos entlassen – jetzt weitet die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aus.
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DüsseldorfFür die beiden wegen angeblicher Bilanzfälschung entlassenen Manager des börsennotierten Leuchtenherstellers Hess wird die Luft dünner. „Der Anfangsverdacht hat sich nach den bisherigen Ermittlungen bestätigt“, sagte die Mannheimer Staatsanwältin Christina Arnold dem Handelsblatt. Die Behörde habe ihre Untersuchungen inzwischen ausgeweitet. Neben Ex-Vorstandschef Christoph Hess und Ex-Finanzvorstand Peter Ziegler ermittele die Staatsanwaltschaft nun gegen drei weitere Mitarbeiter des Unternehmens. Bislang war von zwei weiteren Verdächtigen die Rede.

Die Hess AG hatte ihre beiden damaligen Vorstände am 21. Januar fristlos entlassen. Sie sollen zumindest seit dem Jahr 2011 fingierte Umsätze ausgewiesen und damit gegen Bilanzierungsregeln verstoßen haben. 2011 hatte das Unternehmen 68 Millionen Euro Umsatz in den Büchern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hess und Ziegler wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung und Kapitalanlagebetrug und gegen die drei weiteren Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Beihilfe. Dabei spielen auch Briefkastenfirmen eine Rolle, wie Staatsanwältin Arnold dem Handelsblatt bestätigte. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe als falsch zurück.

Brisant ist der Vorwurf der mutmaßlichen Bilanzfälschung, weil der Jahresabschluss 2011 und das erste Halbjahr 2012 Grundlage für den Prospekt des Börsengangs der Hess AG im vergangenen Oktober waren. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe vor etwa drei Wochen ist der Kurs der Hess-Aktie um rund 75 Prozent eingebrochen. Vergangene Woche haben die Hausbanken von Hess die Kreditlinien gesperrt und Guthaben eingefroren. Seither hat das Unternehmen akuten Liquiditätsbedarf. Heute tagt in Villingen-Schwenningen der Aufsichtsrat.

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