Bis im Jahr 2010
Deutsche Bank peilt eine Million Mittelstandskunden an

Die Deutsche Bank will ihren Marktanteil im Mittelstandsgeschäft ausbauen und die Marke von einer Million Kunden 2010 durchbrechen. Die Krise an den Kreditmärkten sei im Geschäft mit kleinen und mittelgroßen Firmen in Deutschland nicht spürbar.

HB FRANKFURT. Das sagte Deutschland-Chef Jürgen Fitschen am Dienstag in Frankfurt. „Es ist genug Geld da, um den Mittelstand zu begleiten.“

Für dieses Jahr sieht sich die Deutsche Bank auf Kurs, die Zahl der Kunden im Mittelstandsgeschäft um 35 000 auf mehr als 900 000 zu steigern. „Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass sich in den kommenden Jahren das Wachstum in dieser Größenordnung fortsetzt“, sagte Fitschen, der Mitglied im erweiterten Vorstand des Instituts ist.

Mit einer Million Kunden wäre bei einem stabilen Gesamtmarkt fast jeder dritte Mittelständler Kunde bei Deutschlands größtem Geldhaus. Derzeit sieht sich die Deutsche Bank mit einem Anteil von 26 Prozent bereits als Marktführer in diesem Segment. Die Krise an den Kreditmärkten hinterließ im Investmentbanking tiefe Spuren im dritten Quartal, in anderen Bereichen legte das Institut aber besonders in Deutschland zu.

Fitschen zufolge ist vor allem die internationale Präsenz der Bank ein Wachstumstreiber im Mittelstandsgeschäft. Gut 80 Prozent der Kunden hätten Auslandsbezug, sagte der Banker. Das Kundenwachstum gehe kaum zu Lasten anderer Banken. Viele Mittelständler nähmen die Deutsche Bank vielmehr als weiteres betreuendes Institut hinzu – beispielsweise für das Auslandsgeschäft.

Den Finanzierungsbeitrag seines Hauses für den deutschen Mittelstand bezifferte Fitschen auf 38 Mrd. Euro. „Dabei sind neben dem klassischen Kredit moderne Finanzierungsformen auf dem Vormarsch“, betonte er. Immer mehr Firmen zögen auch Beteiligungsgesellschaften als Finanzpartner in Betracht. Die Deutsche Bank trete dann als Berater auf.

Ausländische Investoren spielten auch für den deutschen Mittelstand eine immer größere Rolle. Fitschen nannte etwa die Autozulieferer- und Pharmabranche. „Dabei geht es aber nicht um feindliche Übernahmen oder gar einen Ausverkauf deutscher Firmen“, sagte er. Der Banker wandte sich gegen entsprechende Befürchtungen einiger Politiker auch in der Bundesregierung. Dort gibt es Überlegungen, deutsche Firmen vor unliebsamen Übernahmen ausländischer Investoren schützen zu wollen. Der Kreis schützenswerter Unternehmen müsse angesichts der Bedeutung der Finanzgeber etwa aus Indien oder dem Nahen Osten sehr klein gehalten werden, forderte Fitschen.

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