Bloomsburys
Bloomsburys – Schlemmen auf Rädern

Bloomsburys liefert Berlinern Gourmetessen nach Hause und in die Firma. Keine Pizza, sondern Spezialitäten aus 27 Szenerestaurants der Hauptstadt - auf Wunsch mit dem passenden Wein. Das Konzept hat Erfolg: Im kommenden Jahr wollen die Gründer in weitere Städte expandieren.

BERLIN. Der Ökonom John Maynard Keynes ist in letzter Zeit häufig genug bemüht worden, wenn es um Staatshilfen und Konjunkturprogramme ging. Keynes hatte allerdings auch eine Vision: Eine Welt, in der die wichtigsten materiellen Bedürfnisse gestillt sind, der technologische Fortschritt die Arbeitszeit minimiert und die Menschen mehr Zeit haben, sich um sich und um Kunst, Literatur und Wissenschaft zu kümmern. Ideen, die nicht zuletzt aus dem Künstler- und Intellektuellenkreis der Bloomsbury Group stammen, zu dem neben Keynes auch Virginia Woolf gehörte.

Den Menschen ein bisschen mehr Zeit geben, sich um Kunst, Kultur oder meinetwegen nur das Fernsehen zu kümmern, wollen auch die beiden Gründer von Bloomsburys. Sie liefern Essen nach Hause. Allerdings keine Pizza, die sie halb industriell selbst heiß machen. Sie lassen kochen - von Berliner Szenerestaurants und Gastronomie-Trendsettern. Und verdienen durch Liefergebühren und Provisionen.

Die Idee kam den beiden Firmengründern Sabine Anna Huber, 31, und Dominik Pantelides, 33, als gerade Hubers Diplomarbeit in Betriebswirtschaft anstand. "Warum nicht ein Businesskonzept mit dem Abschluss verbinden?", fragte sie sich. Und so entstand die Idee für einen Luxuslieferservice in Berlin - erdacht in Ingolstadt, wo Huber studierte. Und zum Markennamen gekürt in London, im Stadtteil Bloomsbury, wo sie sich zur Recherche im Bloomsbury Hotel eingemietet hatten und per Lieferdienst das Essen kommen ließen. "Bloomsbury ist ein Viertel, in dem es sehr viel Kunst, Kultur, Bars und Restaurants gibt", sagt Huber. Und Pantelides bringt dann prompt noch Virginia Woolf ins Spiel: "Die Bloomsburys haben einen Geheimbund gegründet, um das Leben in vollen Zügen zu genießen. Das war eine tolle Assoziation zu dem, wo wir hin wollen."

27 Restaurants gehören zum aktuellen Lieferprogramm. Vom Fußballer-frequentierten Italiener Ovest über das Edel-Steakhaus Midtown Grill bis zum Szenejapaner Goko. Auch deutsche Tapas (Schnitzelei), Mongolian Barbecue (Maoa) oder Spareribs im St.-Louis-Style (Tony Roma's) stehen auf dem Programm.

Im Businessplan, mit dem sie prompt einen Wettbewerb gewannen, hatten die beiden Jungunternehmer noch mit üppigem Fremdkapital kalkuliert, aber sie konnten keine Kapitalgeber finden. "Wir haben uns aber in die Geschäftsidee verliebt und gesagt: Wir machen das jetzt", sagt Huber. Also steckten sie selbst 25 000 Euro in ihre Gründung und starteten 2004. "Tagelang rief niemand an", erzählt Huber. Sie wartete am Telefon, Pantelides lieferte aus und beide verteilten Kataloge. Nach und nach sprach sich der Service dann herum. "Berlin ist ein einfacher Markt, um dort als Gründer zu starten", sagt Huber. "Die Standortmiete ist günstig. Es ist ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Berlin ist einfach die beste Stadt, um eine Lifestylemarke zu gründen." Und die wollen sie werden, nicht nur irgendein Dienstleister.

Wenn das Essen angeliefert wird, steckt es in Verpackungen mit dem Bloomsbury-Logo. Wer einen passenden Wein zum Essen sucht, kann sich entsprechend beraten lassen. Und für die kleine Cocktailparty bieten die Lifestylelieferanten gleich eine Box mit sämtlichen Zutaten - inklusive Eis und Gläsern - und einer Bedienungsanleitung. Auch Zigaretten liefert der Fahrer mit aus. Für die Zukunft sind noch weitere Serviceleistungen geplant, etwa ein Reinigungsdienst. Und für Vielbesteller wurde ein eigenes Bonussystem erarbeitet.

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