Blühender Industriezweig
Bahntechnik: Auf dem Weltmarkt winkt Wachstum

Der weltweite Boom der Eisenbahn beschert den Bahntechnik-Unternehmen auf Jahre hinaus volle Auftragsbücher. Sorge bereitet der Branche allerdings, dass der Bund ihrer Meinung nach zu wenig Geld für den Neu- und Ausbau der Schieneninfrastruktur bereit stelle.

DÜSSELDORF. "Wir werden uns ein Stück weit von der Abschwächung der Weltkonjunktur abkoppeln können", freut sich Ronald Pörner, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB).

Das erste Halbjahr ist einer Umfrage des VDB bei seinen Mitgliedsfirmen zufolge positiv gelaufen. Man werde wohl dem hohen Auftragseingang des Vorjahres wieder nahe kommen", erklärt Pörner. Das bedeutete eine Aufwärtsentwicklung vier Jahre hintereinander. Als Stütze des Geschäftes erweise sich vor allem der Schienengüterverkehr mit seinen kräftigen Zuwachsraten. Davon profitierten vor allem die Lokbauer.

Sorge bereitet der Branche, dass der Bund ihrer Meinung nach zu wenig Geld für Neu- und Ausbau der Schieneninfrastruktur bereit stelle. Statt der in diesem Jahr vorgesehenen Mittel von 1,2 Mrd. Euro seien "gut und gerne 2 Mrd. Euro" erforderlich. Natürlich sehe die Branche eine Chance, von der politisch umstrittenen Mauterhöhung doch noch mit zusätzlichen Mitteln zu profitieren.

Weltweit wird der Markt noch auf Jahre hinaus blühen, so die Erkenntnis der aktuellen Weltmarkt-Studie der Unternehmensberatung SCI-Verkehr, die dem Handelsblatt vorliegt und heute vor der Bahntechnik-Fachmesse Innotrans auf einer Fachtagung in Berlin vorgestellt wird. Der Markt sei in den letzten zwei Jahren mit Wachstumsraten von jeweils elf Prozent "außergewöhnlich dynamisch gewachsen", befindet die Untersuchung. Maria Leenen von SCI-Verkehr: "Der Wachstumspfad setzt sich bis 2013 fort, angetrieben nicht nur durch steigende Beschaffungsmengen, sondern auch durch Qualitäts- und Technologie-Sprünge."

Das Marktvolumen umfasse derzeit 125 Mrd. Euro und werde mit einem Tempo von 4,5 Prozent pro Jahr bis 2013 auf etwa 157 Mrd. Euro anwachsen. Eine kürzlich von Roland Berger und dem internationalen Bahn-Industrie-Verband Unife veröffentliche Studie war zu ähnlichen, aber niedrigeren Ergebnissen gekommen. Das liegt an unterschiedlichen Ausgangs-Basen: Während SCI den Markt komplett analysierte, hatte Berger nur das "erschließbare" Potenzial gerechnet - und damit in Deutschland das Instandhaltungsgeschäft kaum bewertet. Die Deutsche Bahn betreibt dies selbst, es winkt also kein Umsatz für die Branche.

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