Börsengang für Agrarkonzern
Mit dem Traktor an die Börse

KTG Agrar gehört zu den größten Agrarkonzernen Europas. Neben konventionellem Getreide, Mais und Raps werden auch Bioprodukte angebaut. Zusätzlich bilden Biogasanlagen ein drittes Standbein. Damit hat das Unternehmen, das letztes Jahr an die Börse gegangen ist, eine Sonderstellung in ihrer Branche. Was können andere Mittelständler von seinen Börsen-Erfahrungen lernen?
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HAMBURG. Es war eine Sensation: Landwirt Siegfried Hofreiter parkte seinen Traktor vor der Frankfurter Börse und brachte seine Firma KTG Agrar aufs Parkett - der erste deutsche Bauer an der Börse. Das war im November 2007. Hofreiter steht für das neue Selbstbewusstsein deutscher Landwirte. Ihnen geht es derzeit gut. KTG Agrar gehört mit rund 20 000 Hektar Ackerland zu den größten Agrarkonzernen Europas. Neben konventionellem Getreide, Mais und Raps werden auch Bioprodukte angebaut. Zusätzlich hat man mit eigenen Biogasanlagen ein drittes Standbein. Damit haben die Hamburger eine Sonderstellung in ihrer Branche. Hat sich der IPO (Initial Public Offering) für ihn gelohnt? Was können andere Mittelständler von seinen Börsen-Erfahrungen lernen?

Das KTG-Agrar-Papier startete mit 17,63 Euro in den Handel und lag damit zunächst über dem Ausgabepreis von 17,50 Euro. Im Anschluss verlor die Aktie deutlich, hat sich in den vergangenen Monaten jedoch wieder erholt. Seit Februar verdoppelte sich der Wert von seinem Tiefstkurs auf 20 Euro und zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Neuemissionen des vergangenen Jahres. Analysten beurteilen die Bauern-Aktie als "sehr attraktiv durch gute Rahmenbedingungen", als "geschickt gewählte Mischung" oder als "riskant, weil abhängig von Faktoren wie Klima und Politik".

Für den 45-jährigen Siegfried Hofreiter hat sich mit dem IPO einiges verändert - "zum Positiven", wie er betont. "Schließlich konnten wir unsere Wachstumspläne umsetzen." Vor den IPO-Erlös von rund 23 Mill. Euro stand jedoch harte Arbeit: "Die Vorbereitungen des Börsengangs sind hart: Hunderte Mails am Tag, viele Termine, Reisen, Anfragen von Analysten und Journalisten. Und parallel muss das normale Alltagsgeschäft weiterlaufen."

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