Börsennotierungen
Der schwierige Weg zurück

Die Rückkehr an den heimischen Aktienmarkt ist für deutsche Mittelständler oft schwierig, denn die bürokratischen und juristischen Hürden sind hoch. Zu groß sind die formalen Unterschiede zwischen den ausländischen und dem deutschen Börsenplatz.

FRANKFURT. Deutschlands Mittelständler müssen in der Praxis mit oft hohen juristischen und bürokratischen Hürden kämpfen, wollen sie aus dem Ausland an einen deutschen Börsenplatz zurückkehren. Ein krasses Beispiel ist dabei die Getmobile Europe plc.

Die im Jahr 1999, also mitten in der Ära der New Economy gegründete Gesellschaft mit Sitz in München vermarktet Handyverträge und setzte damit vergangenes Jahr fast 100 Mill. Euro um. Als Beigabe gibt es für den Kunden ein ansehnliches Geschenk wie Laptop, Fernseher oder Motorroller. Bundling heißt das auf Neudeutsch. So hat Getmobile 2007 rund 15 000 Motorroller abgesetzt.

Die Geschäfte liefen jedoch nicht immer so gut. Wie fast jedes Start-up brauchte Getmobile eine Finanzspritze. Die gab es 2005 von der britischen Fitzwilliam Capital plc. Seitdem heißt der Zusammenschluss aus beiden Getmobile Europe plc und hat die Börsenlistings von Fitzwilliam am gering reglementierten Londoner Alternative Investment Market (AIM) und an der Dubliner Börse übernommen.

Darin besteht laut Getmobile-Chef Tim Schwenke derzeit das Problem. "Die einstige Idee, unser Geschäftsmodell in andere Länder zu tragen, ist ad acta gelegt" sagt er. Stattdessen läuft das Geschäft nur in Deutschland. Das Börsenlisting ist aber weiter in London und Dublin. "Wenn unsere Aktie in Deutschland gehandelt wird, bekommen wir auch die Aufmerksamkeit des Finanzmarktes", hofft Getmobile-Finanzvorstand Sven Schreiber. Doch für die Rückkehr auf deutsche Kurszettel steckt der Teufel im Detail.

"Aus juristischer Sicht ist die aktuelle Konstellation weiter möglich, ob sie sinnvoll ist, hängt von der Ausrichtung des Unternehmens ab" sagt Roland Maass von der internationalen Anwaltskanzlei Latham & Watkins. Zwar gibt es mit Air Berlin ein prominentes Vorbild. Doch die Berliner Fluggesellschaft firmiert zwar als britische Plc, ist aber weit größer als Getmobile, dazu international aufgestellt und hat sich von Anfang an für das Börsenlisting in Deutschland entschieden.

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