Boomendes Dubai
Der neue Fixpunkt der arabischen Wirtschaft

Medienstadt, Festivalstadt, Health-City: Mit immer neuen Projekten zieht Dubai Firmen aus aller Welt an. Das Emirat lebt aber vor allem vom internationalen Vertrauen in seine Stabilität. Für deutsche Firmen könnte der Boom gerade erst begonnen haben.

DUBAI. Von der Inselgruppe „The World“ aus betrachtet, bietet Dubai eine imposante Skyline. Wie eine Nadel ragt der Burj Dubai aus dem Gebäudemeer von Downtown empor. Von Dubai aus gesehen, ist die „Welt“ nur eine Anhäufung von kargen Sandhügeln, die sich wenige Zentimeter aus dem seichten Wasser des Persischen Golfs erheben. Doch mit „The World“ hat Dubai Großes vor. Chalets für Wohlbetuchte und exquisite Hotelanlagen sollen 20 Bootsminuten vor Dubais Küste auf 300 künstlich aufgeschütteten Inseln entstehen – vis-à-vis vom Burj Dubai, dem mit bald 700 Metern größten Gebäude der Welt.

Dubai und die Welt, das ist eine aberwitzige Geschichte. Dubai versucht mit Macht, zu einem Fixpunkt auf der internationalen Landkarte zu werden. Mit Petrodollar und spektakulären Bauprojekten, mit ausländischem Know-how und arabischem Ehrgeiz will der Emir von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum, die modernste Stadt der arabischen Welt binnen 20 Jahren schaffen. Ein Drehkreuz für Touristen, Geld und Waren, an dem in der Welt niemand vorbeikommt. Namhafte internationale Konzerne haben die Bedeutung Dubais bereits erkannt. Der US-Ölkonzern Halliburton hat gar seinen kompletten Firmensitz von Texas nach Dubai verlegt. Scheich Mohammed, der umtriebige Emir, wäre schon froh, wenn Dubai das Zentrum für regionale Hauptquartiere von Konzernen aus aller Welt wird.

Dem Sog Dubais können sich auch deutsche Banken und Unternehmen nicht mehr entziehen. Siemens und Linde, Bayer und Beiersdorf zählen zu den fast 560 deutschen Firmen, die in Dubai tätig sind. Gerade hat die Commerzbank ein Büro in der Stadt eröffnet. Die Deutsche Bank will ihr Personal binnen eines Jahres von 12 auf 100 Mitarbeiter aufstocken. Medizin und Immobilien, IT und Tourismus, Finanzen und Handel entwickeln sich explosionsartig in dem Emirat, in dem auf 15 Einheimische 85 Ausländer kommen. „Für die Deutschen hat der Boom gerade erst begonnen“, sagt Oliver Parche, Repräsentant der deutschen Industrie. „Je mehr Qualitäts- und Umweltbewusstsein sich hier einstellt, desto besser ihre Chancen.“

Um die Firmen aus aller Welt anzulocken, hat Dubai eine Fülle von Projekten ersonnen. Eine Medienstadt, eine Festivalstadt, eine Health-City und ein Finanzzentrum entstehen rund um das neue Wahrzeichen, den Burj Dubai. Neben der künstlichen Inselwelt wachsen drei Palmeninseln aus dem Golf. Die ersten Häuser auf Palm Jumeirah sind bereits bezogen. Arabische, britische und amerikanische Käufer hatten dem Baukonzern Nakheel die Immobilien binnen Minuten aus den Händen gerissen – obwohl nur die Baupläne existierten. „Dubai ist vom Glück geküsst“, sagt Oliver Parche. Das können auch die Emiratis nicht bestreiten. „Allah hat es gut mit uns gemeint“, sagt Asim al Abbasi, Finanzchef der Freihandelszone Jebel Ali.

Die Zone vor den Toren der Stadt platzt allmählich aus allen Nähten. Die 90 Quadratkilometer mit direktem Zugang zu Hafen und Flughafen sind fast ausgebucht, die Warteliste für interessierte Unternehmen ist geschlossen. 1700 Firmen wollen in der Freihandelszone noch zum Zuge kommen. Aber al Abbasi bremst: „Die Zone hat klare physische Grenzen.“ Schon für die bestehenden Klienten, die mit immer komplexeren Wünschen an die Verwaltung der Zone herantreten, braucht er alle verfügbaren Kapazitäten.

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