"Branche kompakt"
Tschechiens Autowelt kommt wieder zu sich

Lange suchte die Autoindustrie ihr Heil in Mittel- und Osteuropa. Doch mit der Autokrise haben auch neue Boomländer wie Tschechien einen herben Dämpfer erlitten. Aber die Wachstumsstory ist noch nicht vorbei. Die Tschechische Republik kommt wieder.

PRAG. Die Weltwirtschaftskrise hat die tschechische Kraftfahrzeugindustrie in ihrem Höhenflug schwer getroffen. Doch schenkte die Sonderkonjunktur im Zuge der deutschen Abwrackprämie den Pkw- und Kfz-Teile-Herstellern Zeit, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Die Branche ist durch ihre moderne Ausstattung und breite Angebotspalette flexibel und wettbewerbsfähig. Trotz harter Prüfung bleibt der Standort Tschechien ein wichtiger Teil der internationalen Kfz-Wertschöpfungskette.

Marktentwicklung/-bedarf

Gegen den weltweiten Trend hat der tschechische Neuwagenmarkt 2008 gegenüber dem Jahr zuvor um 4,7% auf 203.647 Fahrzeuge zugenommen. 2009 stand jedoch bisher im Zeichen der weltweiten Wirtschaftskrise. Im ersten Quartal war noch eine deutliche Zurückhaltung beim Automobilerwerb zu spüren. Der Verband der Autoimporteure rechnet indes damit, dass 2009 der Vorjahresabsatz wieder erreicht werden kann.

Seit dem 1.4.09 entfällt für Firmen beim Kauf oder Leasing eines neuen oder gebrauchten Pkw die Umsatzsteuer (19%). Das hat die Anschaffungen von Dienstwagen, die in Erwartung der neuen Regelung über Monate zum Erliegen gekommen waren, wieder angekurbelt. Eine beschleunigte Abschreibung für Firmenwagen kommt hinzu.

Darüber hinaus wird für den Herbst die Einführung einer Abwrackprämie erwartet (30.000 Tschechische Kronen (Kc) beim Kauf eines Neuwagens im Wert von bis zu 500.000 Kc und gleichzeitiger Entsorgung eines zehn Jahre alten Pkw; Devisenkurs am 30.4.09: 1 Euro = 26,7 Kc). Bei einem geschätzten Volumen von 2,5 Mrd. Kc würde das für über 83.000 Neuwagen reichen.

Als neuer Trend zeichnet sich ab, dass die erdrückende Konkurrenz aus dem Gebrauchtwagensektor nachlässt. Deren Importe gingen im 1. Quartal um 45% auf 29.716 Pkw zurück. Eine Umweltgebühr bei der tschechischen Erstzulassung spielt hier seit Anfang 2009 ebenso eine Rolle wie die stark sinkenden Neuwagenpreise.

Schwer zu kämpfen hat gegenwärtig der Nutzfahrzeugsektor. Bereits im Gesamtjahr 2008 waren die Zulassungen neuer Lkw um fast 9% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Marktführer blieb Mercedes-Benz, das 2008 über ein Fünftel des Marktes beherrschte, gefolgt von MAN (18%) und Iveco (15%). Im 1. Quartal 2009 brach die Nachfrage um fast die Hälfte auf 1.334 Fahrzeuge weiter ein.

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