Branchenüberblick
Japans Elektronikindustrie organisiert sich um

In der japanischen Elektronikbranche bleibt kein Stein auf dem anderen, In der Krise denken sogar Konkurrenten über Allianzen nach. Große Hoffnungen setzen die Unternehmen auf China und andere Schwellenländer.
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TOKIO. Die japanische Elektronikindustrie findet nur langsam aus dem wirtschaftlichen Tief. Viele Unternehmen müssen weiter Verluste hinnehmen. Kostensenkungen sind ein Mittel, wieder in die Gewinnzone zu kommen. Wichtiger für die zukünftige Entwicklung der Branche sind zahlreiche neue organisatorische Verbindungen auch zwischen Konkurrenten. Daneben rücken die Märkte Chinas und anderer Schwellenländer bei vielen Unternehmen in den Mittelpunkt ihrer geschäftlichen Strategien.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat in der japanischen Elektro- und Elektronikindustrie ihre Spuren hinterlassen. Im Fiskaljahr 2008 (1.4. bis 31.3.) fiel der Gesamtumsatz der neun größten Produzenten um etwa 12% auf knapp 49,5 Bill. Yen (359 Mrd. Euro; 1 Euro = rund 138 Yen). Dabei häuften sie Verluste von 1,9 Bill. Yen an. Unter Einschluss kleinerer Unternehmen, so zum Beispiel der Halbleiterproduzent Elpida, sahen die Ergebnisse für 2008 noch schlechter aus.

Die Aussichten für 2009 sind allerdings ein wenig besser, auch wenn sich die Wirtschaft in Japan und weltweit nur sehr langsam erholt, und der vor allem zum US-Dollar sehr hoch bewertete Yen bei vielen Unternehmen für Probleme sorgt. So blicken die Hersteller von Halbleitern wieder mit etwas mehr Zuversicht auf die kommenden Jahre, mehren sich doch die Anzeichen, dass die Chippreise anziehen.

Daneben gibt es florierende oder für die Zukunft vielversprechende Bereiche, in die Unternehmen trotz einer allgemeinen Zurückhaltung bei der Anschaffung neuer Ausrüstungen hohe Mittel investieren. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Photovoltaik, Batterien für Hybrid- und Elektroautos und das Cloud Computing. In der Unterhaltungselektronik sorgt das dreidimensionale Fernsehen für Aufsehen, und Bildschirme sowie Lampen auf der Basis von organischen Leuchtdioden (OLED) gelten wegen ihrer voraussichtlich sehr guten Marktperspektiven bei einer Reihe von Unternehmen als neuer "Wachstumsmotor".

Bis die Branche wieder solide Geschäftsergebnisse vorweisen kann, ist der Weg jedoch noch weit. Um möglichst schnell wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, stehen Kostensenkungen bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Tagesordnung. Sony beispielsweise kündigte an, sich im laufenden Fiskaljahr 2009 unter anderem durch Frühpensionierungsprogramme weltweit von 16.000 Beschäftigten trennen zu wollen. Ferner beabsichtigt die Elektro- und Elektronikindustrie im Frühjahr 2010 weniger Universitätsabsolventen einzustellen. Toshiba etwa will seine Stellenangebote um 40% gegenüber 2009 reduzieren und gab bekannt, in den Fiskaljahren 2009 bis 2011 die Aufwendungen für neue Anlagen und Ausrüstungen um ein Drittel auf rund 1,1 Bill. Yen zu verringern.

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