Brasilien: Lebensgefahr in Sao Paulo

Brasilien
Lebensgefahr in Sao Paulo

Mangelnde Sicherheit gilt als einer der zentralen Standortnachteile Brasiliens. Private Wachfirmen haben Hochkonjunktur. Autohändler verkaufen immer mehr Fahrzeuge mit Vollpanzerung. Trotzdem geraten vor allem Ausländer immer wieder in brenzlige Situationen. Falsches Verhalten kann dabei lebensbedrohlich sein.

SAO PAULO. Burkhard D. (Name geändert), Angestellter einer Consultingfirma in São Paulo, begibt sich Anfang 2006 auf den wohlverdienten Wochenendtrip an den nahe gelegenen Strand. Als er mit seiner Familie – Kind und hochschwangere Frau – abends in die Seitenstraße Richtung Hotel einbiegt, springt ein bewaffneter Jugendlicher vor den Wagen. Intuitiv gibt D. Gas, der Angreifer schießt dem davonfahrenden Auto hinterher. Die Kugeln zerschlagen die Fensterscheiben, wie durch ein Wunder wird niemand getötet oder verletzt. Einen Tag später steht der Expatriate beim Autohändler und kauft sich ein neues Fahrzeug – Vollpanzerung inklusive.

Mit dieser Entscheidung steht Burkhard D. nicht allein. In Brasilien wurden 2005 etwa 4.000 Autos mit kugelsicherer Ummantelung gekauft. Kaum ein Firmenlenker verzichtet noch auf ein gepanzertes Fahrzeug, meist mit speziell geschultem Chauffeur. Private Wachfirmen haben Hochkonjunktur.

In São Paulo wurden nach neuesten Erhebungen 35 Prozent der Bewohner schon mindestens einmal im Leben überfallen. In den vergangenen Monaten sorgten vor allem die Aktionen der Mafiaorganisation Primeiro Comando da Capital (PCC) für Schlagzeilen, deren Bosse selbst aus den Gefängnissen heraus die Stadt für mehrere Tage nahezu lahmlegten. Aber auch die Gegenseite bleibt nicht tatenlos. So stieg die Zahl der Überwachungskameras im Großraum São Paulo zwischen 2000 und 2006 von 150.000 auf 700.000, was unter anderem zu einer Halbierung der kriminellen Übergriffe in der städtischen Metro führte.

Ohne Vorsichtsmaßnahmen gibt es keine Sicherheit

Obwohl das Risiko insgesamt deutlich höher ist als in europäischen oder nordamerikanischen Städten, kann man auch in Brasiliens Metropolen ein verhältnismäßig sicheres Leben führen. Wichtig ist, die prekäre Lage weder zu verharmlosen, noch Panik zu verbreiten und ein paar grundsätzliche Regeln einzuhalten (siehe Kasten). Die größte Gefahr lauert in Nachlässigkeiten, die sich nach einer bestimmten Zeit ohne negative Vorkommnisse einstellen.

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