Brasilien-Serie
Stefan Schmersal: Deutscher Wachstumsprophet in Brasilien

Brasilien hat seine Schwächen überwunden und gute Chancen, gestärkt aus der globalen Wirtschaftskrise hervorzugehen. Stefan Schmersal, Chef der mittelständischen Steute GmbH zeigt, warum es lohnt, in das Land zu investieren.

VINHEDO. Wie die Fertigung einmal aussehen soll, das weiß Stefan Schmersal genau, schon Monate bevor der erste Arbeiter an die Werkbank tritt. Noch sind erst ein paar Regale und Tische aufgebaut. "Doch bald wird hier richtig Betrieb sein", sagt Schmersal, und sein Blick schweift durch die Halle, die sich zehntausend Kilometer entfernt von der Heimat in Westfalen befindet. Im Tropenstaat Brasilien treibt der deutsche Mittelständler die Expansion seiner Steute GmbH & Co. KG voran - trotz Wirtschaftskrise.

Neben dem Eingang der Halle des Schaltgeräteproduzenten stapeln sich große Kartons. Sie kommen aus Deutschland. Ein Mitarbeiter in blauem Kittel sortiert die Fußschalter, Kleingeräte und Kunststoffabdeckungen. Er lächelt verschämt, ist nervös wegen der Anwesenheit des "Presidente", der ihn mit seinen knapp 1,90 Meter um zwei Köpfe überragt und immer wieder vom Portugiesischen in eine Sprache wechselt, die er nicht versteht.

Stefan Schmersal hat große Ziele in Brasilien. Der Mittelständler ist aus dem westfälischen Löhne aufgebrochen, um mit seiner Firma den brasilianischen Markt zu erobern. Von seiner ersten Niederlassung in dem 55 000-Seelen-Ort Vinhedo im Bundesstaat São Paulo will er "Steute do Brasil" in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Lieferanten für spezielle Schaltgeräte in Brasilien und seinen Nachbarn machen.

„Die unruhigen Zeiten sind vorbei“

"Wenn nicht jetzt, dann nie", sagt Schmersal. Der 56-Jährige ist überzeugt: "Wer global mitmischen will, kommt an Brasilien nicht vorbei." Nicht mehr vergleichbar sei es mit dem Land, das in der Vergangenheit nach kurzen Hochphasen bald wieder abrutschte. "Die unruhigen Zeiten sind vorbei, Brasilien ist ein verlässlicher Partner geworden", sagt er. Und davon profitieren mittelständische Investoren wie Stefan Schmersal. Sein Brasilien-Geschäft wächst auch jetzt. "Natürlich nicht so schnell wie geplant wegen der auch hier merklichen Krise, aber wir wachsen."

Sechs eigene Mitarbeiter zählt die brasilianische Steute-Tochter bislang, 200 sind es bei der Mutter in Löhne. Nach der aufreibenden Gründungsphase soll das kleine Brasilien-Team nun dafür sorgen, dass sich das Büro samt Lagerhalle in der Peripherie der Millionenmetropole São Paulo zu einer etablierten Montage entwickelt. Schmersals Plan für die nächsten fünf Jahre: eigene Fertigung, Vertriebsbüros in den wichtigsten Landesteilen, acht Mio. Euro Umsatz.

Im kleinen Städtchen Vinhedo jedenfalls hat Schmersal bereits Eindruck hinterlassen. Das zweistöckige Bürogebäude ist eines der schönsten in der Straße: frisch gestrichener Zaun, imposante Eingangstür, gepflegter Holzbalkon, leuchtend weiße Fassade. Typisch Deutsch, witzeln die Brasilianer. Doch Schmersal weiß, dass bei einem Markteintritt in Brasilien deutsche Tugenden wie Ordnung, Gründlichkeit und Zielstrebigkeit durchaus vorteilhaft sind. Stolz zeigt er auf das sorgsam angebrachte Logo an der Hauswand - drei bunte Sterne unter dem Firmennamen.

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